Seit dem Tod seines Vaters im Dezember versucht der politisch recht unerfahrener Kim Jong Un, sich zu positionieren. Lesen Sie hier die wichtigsten Stationen im Leben des jungen Diktators auf seinem Weg an die Macht.
Der langjhrige nordkoreanische Machthaber Kim Jong Il stirbt an einem Herzinfarkt. Nordkorea ruft die Bevlkerung zur Loyalitt gegenber seinem Sohn Kim Jong Un auf. Er gilt nun als neuer starker Mann in dem kommunistischen Land.
22. Dezember: Nordkorea trauert um seinen „geliebten Fhrer“. Drei Tage nach dem Tod des Staatschefs Kim Jong Il hat sein Sohn und wahrscheinlicher Nachfolger Kim Jong Un dem Vater am glsernen Sarg Respekt gezollt. Der Leichnam wurde in der Hauptstadt Pjngjang ffentlich aufgebahrt, es wurde Staatstrauer angeordnet. Die Nordkoreaner werden in den staatlichen Medien auf Kim Jong Un als designierten Nachfolger eingestimmt. Er wird als „groartiger Nachfolger“ gepriesen, doch ist unsicher, ob und wann Kim Jong Un auch formell die Machtspitze bernehmen wird.
25. Dezember: Nordkoreas Staatsfernsehen zeigte am Sonntag den Onkel an der Seite von Kims Sohn und erwhlten Nachfolger Kim Jong Un am Glassarg des aufgebahrten Ex-Diktators in Pjngjang. Der Onkel trgt auf den Fernsehbildern Militruniform mit dem Rangabzeichen eines Generals. Internationale Medien rechnen mit einer langen Findungsphase und bergangszeit Kim Jung Uns, der eine Vorliebe fr Basketball, Skifahren und Filme des Kampfsportlers Jean-Claude Van Damme hat – aber nur leidlich politische Erfahrung.
„Kim Jong Un ist der oberste Fhrer unserer Partei und des Militrs“
26. Dezember: Nordkoreanische Staatsmedien bezeichnen eine Woche nach dem Tod von Machthaber Kim Jong Il dessen jngsten Sohn erstmals als Oberbefehlshaber der Streitkrfte. Der nicht einmal 30-jhrige Kim Jong Un werde fortan an der Spitze des Militrs stehen, meldete die Agentur KCNA. Mit dem Machtwechsel in Pjngjang ist auch offen, wie Nordkorea sich knftig im Atomkonflikt verhlt.
Der Sohn und erwhlte Nachfolger des gestorbenen nordkoreanischen Machthabers begrt zwei private Beileidsdelegationen aus dem verfeindeten Sdkorea. Kim Jong Un habe sich bei den Sdkoreanern fr ihre Anwesenheit bedankt, berichteten die Staatsmedien des kommunistischen Landes.
28. Dezember: Kim Jong Il wird ffentlich beigesetzt. Sein Sohn Kim Jong Un flankiert den Leichenwagen, er wird von ranghohen Militrs begleitet. Nordkorea nutzt die pompse Trauerfeier, um sich vor dem Ausland zu inszenieren. Auf Pltzen bekundeten Millionen ihre Trauer, Fotos mit Trauernden werden von Staatsmedien nachbearbeitet.
29. Dezember: Kim Jong Un wird bei einer riesigen Militrparade offiziell zum neuen Fhrer Nordkoreas ausgerufen. „Der geachtete Genosse Kim Jong Un ist der oberste Fhrer unserer Partei und des Militrs“, so das protokollarische Staatsoberhaupt des kommunistischen Landes, Kim Yong Nam.
Kim Jong Un wird als „Genie der Genies“ bezeichnet
30. Dezember: Nordkorea kndigt die Beibehaltung seiner bisherigen politischen Linie an. Das Land kndigt zudem Vergeltung fr die unverzeihlichen Snden der sdkoreanischen Regierung an. Auf Vernderungen sollen Sdkorea und seine Verbndeten besser nicht hoffen, lautet die Botschaft.
31. Dezember: Kim Jong Un wird offiziell zum Oberbefehlshaber der Armee ernannt. Bisher hatte ihm Kim Jong Il den Titel eines Vier-Sterne-Generals verliehen und einen Posten im Zentralkomitee der Partei anvertraut. Die Staatspresse bezeichnete Kim Jong Un zudem bereits als Leiter eines der obersten Entscheidungsgremien der herrschenden Arbeiterpartei.
1. Januar: Die Gefolgschaft des neuen Machthabers ruft dazu auf, den Nachfolger Kim Jong Ils bis zu seinem Tod zu schtzen.
3. Januar: ber Hunderttausend geloben bei einer Grokundgebung Loyalitt zu Kim Jong Un und sprechen sich fr eine Fortsetzung der bisherigen Politik aus.
8. Januar: Im Staatsfernsehen wird eine Doku ber Kim Jong Un ausgestrahlt, in der er als „Genie der Genies“ beschrieben wird. Damit treibt Nordkorea den Personenkult um seine Machthaber weiter.
Kim Jong Un lsst sich bei einem Besuch einer Militreinheit beweinen
10. Januar: Nordkorea kndigt eine Amnestie fr Gefangen an, angelehnt an die „gromtige und gtige“ Politik Kim Il Sungs und Kim Jong Ils.
12. Januar: Der verstorbene Kim Jong Il wird aufgebahrt und soll dauerhaft im Kumsusan-Gedchtnispalast bleiben.
13. Januar: Erstmals wird bekannt, dass Nordkorea drei neue Kurzstreckenraketen an der Ostkste des Landes getestet hat.
19. Januar: Nordkoreas neuer Machthaber besucht eine Militreinheit. Die Soldaten htten ihn mit Trnen der Rhrung und voller Enthusiasmus begrt, berichten staatliche Medien.
Nordkorea dreht Kim Jong Uns Bruder den Geldhahn zu
27. Januar: Zum ersten Mal seit dem Tod Kim Jong Ils hat Sdkorea dem Norden wieder Lebensmittelhilfen zukommen lassen.
2. Februar: Nordkorea stellt Rahmenbedingungen fr einen Dialog mit Sdkorea auf, darunter der Stopp der Manver mit den USA.
15. Februar: Posthum wird Kim Jong Il zum Generalissimus erhoben.
16. Februar: Mit groem Pomp und einer riesigen Parade feiert das Land den Geburtstag des im Dezember verstorbenen Kim Jong Ils.
17. Februar: Nordkorea dreht dem ltesten Sohn Kim Jong Ils, Kim Jong Nam, wegen zu groer Schulden den Geldhahn zu.
Nordkorea droht mit einem „Heiligen Krieg“
20. Februar: Fr Mitte April wird ein Sonderparteitag angekndigt, bei dem es auch darum geht, sich um Kim Jong Ils Nachfolger Kim Jong Un zu scharen.
22. Februar: Nordkorea und die USA sprechen erstmals ber das nordkoreanische Atomwaffenprogramm.
25. Februar: Nordkorea droht mit einem „Heiligen Krieg“, sollten Sdkorea und die USA wie geplant zwei gemeinsame Manver durchfhren.
Schlechte PR: Kim Jong Uns miese Schulnoten werden bekannt
29. Februar: Nordkorea stimmt einer Aussetzung des Atomprogramms zu.
4. Mrz: In Pjngjang findet eine Massenkundgebung gegen den sdkoreanischen Prsidenten statt.
16. Mrz: Nordkorea kndigt einen Satellitenstart an, USA und Russland zeigen sich besorgt und vermuten einen verdeckten Raketentest hinter dem Manver.
2. April: Es wird bekannt, dass Kim Jong Un whrend seiner Schulzeit in der Schweiz schlechte Noten schrieb. Auerdem glnzte er durch hufige Abwesenheit.
Kim Jong Un wird oberster militrischer Beamter
5. April: Zum 100. Geburtstag von Staatsgrnder Kim Il Sungs meieln die Kommunisten einen Geburtstagsgru in eine Felswand.
10. April: Hunderte verdienter Brger werden anlsslich der Feierlichkeiten zu Kim Il Sungs 100. Geburtstag ausgezeichnet.
11. April: Nordkorea ernennt Kim Jong Un zum ersten Parteisekretr, was praktisch dem Parteichef entspricht.
12. April: Kim Jong Un wird zum obersten militrischen Beamten der Arbeiterpartei ernannt.
Rede wrdigt die Errungenschaften der Kim-Dynastie
13. April: Nordkoreas umstrittener Raketenstart scheitert. Die Rakete bricht auseinander.
Das Regime hat die Machtbergabe an Kim Jong Un jetzt auch formal abgeschlossen. Er wurde zum ersten Vorsitzenden der nationalen Verteidigungskommission ernannt.
14. April: Zehntausende Nordkoreaner versammeln sich im Stadion von Pjngjang zu Ehren der Machthaber-Familie. Der nominelle Staatschef Kim Yong Nam wrdigt in einer Rede die Errungenschaften der Kim-Dynastie.
Mit gewohntem Pomp und Massenparaden begeht Nordkorea die
Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des Staatsgrnders und „ewigen Prsidenten“ Kim Il Sungs
. Machthaber Kim Jong Un berrascht die ffentlichkeit mit einer Rede, in der er einen neuen Fhrungsstil andeutet.
Original post:
Der Weg des jungen Diktators – Die wichtigsten Stationen im Leben Kim Jong Uns
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