Energiegipfel im Kanzleramt / VKU: Energiewende geht nicht ohne Stadtwerke

May 2, 2012
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Berlin (ots) – Heute findet ein Treffen zwischen Bundeskanzlerin Merkel und einzelnen Akteuren der Energiebranche zur Energiewende statt. “Die Stadtwerke sind mit ihrem dezentralen Geschftsmodell ein wichtiger Player, um die Energiewende erfolgreich umzusetzen”, so Hans-Joachim Reck, Hauptgeschftsfhrer des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU). Deutschland baut seine Energielandschaft um hin zu einem dezentraleren System. Deswegen arbeiten die Stadtwerke und der VKU in den verschiedenen Plattformen der Bundesregierung zur Umsetzung der energiepolitischen Ziele aktiv und konstruktiv mit. “Es stellt sich nun die Frage, wie die Ergebnisse eines solchen “Spitzengesprches” bei der Bundeskanzlerin in die Arbeitsplattformen einflieen sollen, und es stellt sich die Frage, warum die Stadtwerke und ihr kommunaler Spitzenverband bei solchen Gesprchen im Kanzleramt zum wiederholten Male nicht eingebunden sind?”, so Reck. “Wenn man darber diskutiert, wie die verschiedenen Prozesse und vielen Einzelmanahmen im Sinne eines stimmigen Gesamtsystems optimal miteinander verzahnt werden knnten, sollten alle relevanten Marktteilnehmer bei solchen Gesprchen dabei sein.”

Fr die Marktteilnehmer sei es wichtig, jetzt eine Debatte ber Kapazittsmechanismen anzustoen, Reck: “Wir mssen uns darber unterhalten, wie die beiden Mrkte – der fr Grnstrom und der fr konventionellen Strom – zusammengebracht werden knnen.” Der Ausbau der erneuerbaren Energien msse unbedingt mit dem Zubau flexibler und hocheffizienter Kraftwerke in Einklang gebracht werden. “Ohne zu wissen, wie konventionelle Kraftwerke zuknftig ihr Geld einspielen, wird keiner bereit sein, zu investieren. Nur ein novelliertes Marktdesign kann die notwendigen Investitionen in neue Erzeugungs- und Speicherkapazitten ermglichen, ohne die Versorgungssicherheit und Netzstabilitt zu vergessen.” Der Ausbau der erneuerbaren Energien msse aber auch zusammengehen mit Versorgungssicherheit und Netzstabilitt, so Reck. Aktuell werden 97 Prozent der erneuerbaren Energien auf der Verteilnetzebene eingespeist. “Damit ist diese Netzebene ein entscheidender Schlssel fr den Umbau der Energielandschaft. Diese Erkenntnis scheint sich aber bei Bundesregierung und Bundesnetzagentur noch nicht durchgesetzt zu haben.”

Die deutschen Stadtwerke knnen beim Ausbau der erneuerbaren Energien und dem Bau neuer, hocheffizienter Kraftwerke eine entscheidende Rolle spielen, wenn die politischen Rahmenbedingungen stimmen, so der VKU-Hauptgeschftsfhrer. Als wichtigen Schritt beim Ausbau der dezentralen Versorgung sieht Reck die Bundesregierung beim Entwurf der Novelle des Kraft-Wrme-Kopplungsgesetzes (KWK-G) auf dem richtigen Weg. “Die hoch effiziente KWK ist eine Technologie, die Lsungen fr viele Herausforderungen der Energiewende bietet.” Nachbesserungsbedarf sieht er jedoch bei der Hhe der Vergtungsstze von Strom und Wrme, die in KWK-Anlagen produziert werden, die um mindestens 0,5 Cent pro Kilowattstunde erhht werden mssten, um wirksame Impulse zum KWK-Ausbau zu setzen. “Die Stadtwerke wollen deutlich mehr investieren als bisher. Derzeit stimmt der wirtschaftspolitische Rahmen aber noch nicht”, so Reck abschlieend.”

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) vertritt ber 1.400 kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser und Abfallwirtschaft. Mit 236.000 Beschftigten wurden 2009 Umsatzerlse von rund 94 Milliarden Euro erwirtschaftet und etwa 8 Milliarden Euro investiert. Die VKU-Mitgliedsunternehmen haben im Endkundensegment einen Marktanteil von 54,2 Prozent in der Strom-, 67,7 Prozent in der Erdgas-, 76,3 Prozent in der Trinkwasser-, 58,2 Prozent in der Wrmeversorgung und 12,8 Prozent in der Abwasserentsorgung.

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