
Nico Rosberg hat im Mercedes den ersten Formel-1-Sieg seiner Karriere geholt. Historisch war der Sieg auch fr seinen Rennstall. Fr Michael Schumacher lief es dagegen nicht gut. Grund: ein Patzer in der Box.
Der gebrtige Wiesbadener triumphierte am Sonntag in Shanghai und holte damit den ersten Sieg fr ein Mercedes-Werksteam seit 1955. Er beendete damit im 111. Grand Prix das lange Warten auf seinen ersten Erfolg und krnte sich zum siebten deutschen Formel-1-Sieger. „Yeeeeees“, brllte Rosberg in den Boxenfunk. Zweiter wurde der britische McLaren-Pilot Jenson Button vor seinem Landsmann und Teamkollegen Lewis Hamilton.
Weltmeister Sebastian Vettel rettete nach einer starken Aufholjagd von Startplatz elf noch den fnften Rang hinter seinem Red-Bull-Rivalen Mark Webber. In der WM-Gesamtwertung fhrt nach dem dritten Saisonlauf nun Hamilton mit 45 Punkten vor Button, der 43 Zhler hat. Der bisherige WM-Spitzenreiter Fernando Alonso (Ferrari) wurde nur Neunter und rutschte mit 37 Punkten auf WM-Platz drei ab. Vettel (28) verbesserte sich hinter Webber (36) auf Rang fnf.
Rosberg: „Einen Riesenschritt gemacht“
„Es ging nur um Reifenschonen“, sagte Rosberg nach dem Rennen. „Wir haben viel gearbeitet, intensiv gearbeitet, und im Qualifying und im Rennen einen Riesenschritt gemacht. Jetzt freue ich mich darauf, gleich mit dem Team ein bisschen zu feiern.“
20 671 Tage nach dem Sieg von Juan Manuel Fangio in Italien lie damit wieder ein Mercedes-Werksfahrer die gesamte Konkurrenz hinter sich. „Groartig“, sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. „Bravo Nico, danke an alle im Team – das ist ein neues Kapitel in der Silberpfeil-Geschichte.“ Ein noch besseres Mercedes-Ergebnis verhinderte ein Boxenpatzer: Michael Schumacher musste wegen eines schlecht aufgezogenen Vorderreifens in der 13. Runde aufgeben. Auch Force-India-Pilot Nico Hlkenberg als 15. und Timo Glock im Marussia als 19. blieben ohne Punkte.
Perfekter Start fr Rosberg – schlecher Start fr Vettel
Rosberg erwischte von seiner Premieren-Pole einen perfekten Start. Als achter Deutscher in der Formel-1-Geschichte hatte er
die Bestzeit gefahren, zum Auftakt des Rennens lie er Teamkollege Schumacher sofort klar hinter sich. Ganz schlecht lief es zunchst fr Vettel. Nach verpatzter Qualifikation kam er auch am Start nicht in die Gnge und rutschte bis auf Rang 14. Erneut hatte er Mhe mit seinem zickigen Dienstwagen.
Auch sein Teamkollege Webber konnte als Neunter keinen Boden gutmachen und fuhr schon nach sechs Runden zum ersten Reifenwechsel an die Box. Bei Mercedes lief es dagegen zunchst nach Plan. Rosberg dominierte an der Spitze, Schumacher hielt die Verfolger Button, Lotus-Mann Kimi Rikknen und Hamilton in Schach.
Mechaniker zieht Schumis Vorderreifen nicht fest
Nach zehn Runden kam dann Bewegung ins Feld. Rikknen und Hamilton gingen an die Box, der Brite zog dann dank des besseren Stopps am Finnen vorbei. Der von hinten heranrasende Webber schob sich noch zwischen das Duo. Mercedes wartete lange mit dem Reifenwechsel – und patzte. Ein Mechaniker bekam Schumachers rechten Vorderreifen nicht festgezogen und winkte verzweifelt, als der 43-Jhrige trotzdem das Signal zum Losfahren erhielt. Wenige Meter spter rollte der Altmeister aus. „Nein nein nein“, twitterte sein Team.
„Schade, tut mir leid fr die Jungs“, meinte Schumacher. 2006 hatte er in China seinen bislang letzten Sieg gefeiert, diesmal schien zumindest der erste Podiumsplatz seit seinem Comeback vor zwei Jahren mglich. „Das gehrt dazu. Jetzt drcke ich Nico die Daumen“, sagte Schumacher.
Das Rennen wird zum Reifenpoker
Bei Rosberg lief immerhin alles glatt. Sein Vorsprung auf das McLaren-Duo Button und Hamilton blieb beruhigend. Vettel hatte sich inzwischen zumindest in die Punkternge vorgearbeitet. Lngst hatte sich das Rennen zum Reifenpoker entwickelt. Weil die vermeintlichen Mittelfeld-Teams ihre Stopps lange hinauszgerten, mussten sich die Spitzenfahrer immer wieder durchs Feld nach vorn kmpfen.
In der 35. Runde holte sich Rosberg das zweite Mal frische Reifen, deutlich spter als seine Verfolger. Die Taktik war klar: Mercedes wollte sich einen Stopp sparen. Als Zweiter kehrte Rosberg zurck, Button fhrte nun. Doch dann klappte auch beim Weltmeister von 2009 der Reifenwechsel nicht. Hinten links klemmte der Pneu, Button verlor viel Zeit. Rosberg war in der 40. Runde wieder klar vorn.
Dramatischer Kampf um die Pltze
Und auch Vettel hatte das Podium pltzlich wieder in Reichweite. Der Titelverteidiger hatte ebenfalls auf eine Zwei-Stopp-Strategie gesetzt und lag nun auf Rang drei hinter Rikknen. Sieben Runden vor dem Ende wurde es im Kampf um die Pltze hinter Rosberg dann richtig dramatisch. Vettel schnappte sich Rikknen, der in Probleme kam. Hamilton presste sich an Webber vorbei.
In der 52. Runde musste Vettel dann auf schlechter werdenden Reifen erst Button und dann auch Hamilton und Webber vorbeilassen. Vorn aber zog Rosberg souvern seine Kreise. Nach 56 Runden und 305,066 Kilometern erlste er die Silbernen.
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Formel 1 in China – Rosberg holt ersten Sieg seiner Karriere
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