Nach dem Rckzug im kalten Winter haben die Taliban in Afghanistan eine „Frhjahrsoffensive“ gestartet: Bei einer Serie von Angriffen starben mindestens 47 Menschen – auch die deutsche Botschaft wurde attackiert.
Nach der Serie von Angriffen der Taliban in Afghanistan haben die Behrden die Angabe zur Zahl der Getteten auf 47 erhht. 36 Taliban-Kmpfer seien als Selbstmordattentter oder bei den Einstzen der Sicherheitskrfte ums Leben gekommen, teilte die Polizei am Montag mit. Darber hinaus seien acht Mitglieder der Sicherheitskrfte und drei Zivilisten gettet worden.
Die radikalislamischen Rebellen hatten am Sonntag mindestens sechs Ziele zeitgleich angegriffen, darunter das Parlament in Kabul und mehrere Botschaften westlicher Staaten. Die Kmpfe in der afghanischen Hauptstadt waren in der Nacht zu Montag nach mehr als 17 Stunden mit dem Tod oder der Festnahme der letzten Angreifer zu Ende gegangen.
Rckzug im kalten Winter, Angriffe im Frhjahr
Die Taliban bekannten sich zu den Attacken vom Sonntag, sie sprachen vom „Beginn der Frhjahrsoffensive“. Die Islamisten wollten unter Beweis stellen, dass sie kampffhig seien. In den kalten afghanischen Wintern ziehen sie sich regelmig zurck und intensivieren ihre Angriffe auf die Regierung und die Nato-Truppe Isaf im Frhling wieder.
Von den Angriffen im Diplomatenviertel von Kabul war auch die deutsche Botschaft betroffen, wie Bundesauenminister Guido Westerwelle (FDP) in Berlin besttigte. Er verurteilte die Attacken „in aller Schrfe“ und sagte, es gebe „kleinere Sachschden“ auf dem Botschaftsgelnde, jedoch keine Verletzten. Die Botschaftsmitarbeiter befnden sich „an einem sicheren Ort“.
Angriff auf Karsais Stellvertreter
Auch in der Nhe der US-Botschaft waren Explosionen und Schsse zu hren. Die US-Vertretung teilte ebenso wie die britische Botschaft mit, alle Mitarbeiter seien unverletzt in Sicherheit gebracht worden. Mehrere Kmpfer versuchten nach Behrdenangaben zudem, das Parlament in Kabul zu strmen, wurden aber von Sicherheitskrften berwltigt.
Ein Mitarbeiter von Prsident Hamid Karsai sagte, dieser sei ebenfalls in Sicherheit gebracht worden. Aus Geheimdienstkreisen hie es, zwei mit Sprengstoff bewaffnete Mnner und ein weiterer Angreifer htten das Haus vom Mohammed Karim Chalili, einem Stellvertreter Karsais, im Visier gehabt, seien aber gefasst worden.
Westerwelle: „Terroristen drfen nicht obsiegen“
Sdlich von Kabul strmten Selbstmordattentter nach Behrdenangaben Gebude der Regierung und eine US-Basis. Im Osten Afghanistans sprengten sich demnach zwei Selbstmordattentter am Flughafen der Stadt Dschalalabad, wo auch die Nato vertreten ist, in die Luft. Zwei weitere Angreifer seien verletzt festgenommen worden. In der stlichen Stadt Gardes griffen Kmpfer ein Polizeilager an.
Ein Isaf-Sprecher sagte, afghanische Sicherheitskrfte htten die Einstze geleitet. US-Botschafter Ryan Crocker lobte diese als „sehr professionell“. Westerwelle sagte, die Ereignisse zeigten, dass die Lage weiter schwierig sei. „Die Terroristen“ drften jedoch „nicht obsiegen“. In Afghanistan sind noch etwa 130 ;000 Isaf-Soldaten stationiert, die bis zum Jahr 2014 abziehen sollen. Die EU-Auenbeauftragte Catherine Ashton verurteilte die Angriffsserie „auf das Schrfste“. Die EU versichere der afghanischen Regierung auch weiterhin ihre Untersttzung in dem Bemhen, „Stabilitt und Demokratie in Afghanistan zu festigen“. Die US-Regierung nannte die Attacken „feige“.
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"Frühjahrsoffensive" der Taliban in Afghanistan – Kämpfe in Kabul fordern 47 Tote