Nach Unfall bei Elefantenjagd in Botsuana – Heftige Kritik an Spaniens König Juan Carlos

April 15, 2012
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Zuerst war es eine Meldung, die Mitleid erregte: Spaniens Knig Juan Carlos brach sich beim Urlaub in Botsuana die Hfte. Seit aber bekannt ist, dass der Knig bei der Elefantenjagd strzte, hagelt es Kritik.

Eigentlich kann die Liebe der Spanier zu ihrem Knig Juan Carlos so schnell nichts trben. Das spanische Staatsoberhaupt drfte der einzige Knig in der Weltgeschichte sein, der von einem Diktator eingesetzt wurde und sein Land zur Demokratie gefhrt hat. Seine herzliche und offene Art brachten dem passionierten Segler, Jger und Freund des Stierkampfes die Sympathien seiner Landsleute ein. In Umfragen war der Monarch lange im Hhenflug – doch in letzter Zeit luft es nicht gut fr den 74-Jhrigen. Das Ansehen der Monarchie wurde beschdigt durch eine Affre seines Schwiegersohnes Iaki Urdangarn, Ehemann der Knigstochter Cristina. Dieser steht im Verdacht, als Chef einer gemeinntzigen Stiftung Frdergelder auf private Konten abgezweigt zu haben.

Nun wird auch Kritik am Knig selbst laut. Am Samstag wurde bekannt, dass sich der Knig bei einem Sturz die Hfte gebrochen hatte. Erst dadurch wurde bekannt, wie der Knig seinen Urlaub verbracht hatte: Er hatte in Botsuana Elefanten gejagt. Der 74-Jhrige brach sich nach der Jagd in dem sdafrikanischen Land die Hfte und musste in einer Klinik in Madrid operiert werden. Whrend der Eingriff nach Angaben der rzte erfolgreich verlief, hagelt es scharfe Kritik.

Der leidenschaftliche Jger Juan Carlos, der gleichzeitig Ehrenprsident der spanischen Sektion der Umweltorganisation WWF ist, gibt nach Meinung vieler Spanier mit seinem teuren und zweifelhaften Hobby ein schlechtes Vorbild ab. Nach einer Internetumfrage der rechtsliberalen Zeitung „El Mundo“ halten es 96 Prozent der Befragten fr nicht angebracht, dass der Knig in fr Spanien schwierigen wirtschaftlichen Zeiten auf Elefantenjagd geht. Die spanische Presse berichtete am Sonntag ausfhrlich darber, wie kostspielig sein Hobby ist: Fr jeden abgeschossenen Elefanten msse ein Safari-Jger in Afrika mindestens 20 ;000 Euro zahlen.

„Die Rache des Elefantengottes“

Spanische und internationale Medien zeigten am Sonntag ein Foto des Knigs, das bei einer frheren Safari im Jahr 2006 entstanden sein soll. Stolz blickt er mit Gewehr im Arm in die Kamera, hinter ihm ein nach Medienangaben getteter Elefant. Das Bild war demnach zunchst auf der Internetseite eines Jagdveranstalters zu sehen, die am Sonntag aber nicht mehr aufgerufen werden konnte. Auch telefonisch und per E-Mail war das Unternehmen nicht zu erreichen.

Im Internet lste die Geschichte eine heftige Diskussion aus. So hie es bei Twitter beispielsweise: „Die Rache des Elefantengottes. Sowas kommt von Sowas.“ Allein zu einem Artikel auf der Online-Seite von „El Mundo“ gingen bis zum Mittag Hunderte Leserkommentare ein.

Vorwrfe von der linken Opposition

Der Chef der linken Oppositionspartei Izquierda Unida, Cayo Lara, warf dem Knig „Mangel an Ethik und Respekt“ fr viele Menschen in Spanien vor, die unter der Wirtschaftskrise zu leiden htten. Seine Elefantenjagd sei ein Beweis dafr, dass der Knig gelogen habe, als er vor kurzem sagte, die Arbeitslosigkeit Tausender Jugendlicher in Spanien bringe ihn um den Schlaf. Die groen politischen Parteien Spaniens hielten sich jedoch mit Kritik am Knig zurck und wnschten ihm gute Besserung.

rztliche Behandlung in Madrid

Juan Carlos war am Freitag mit einem Privatflugzeug aus Botsuana nach Madrid zurckgekehrt und sofort in die Klinik San Jos gebracht worden. Der 74-Jhrige war nach Angaben der rzte im Safari Camp ber eine Stufe gestolpert. Ohne den Unfall htten die Spanier wohl kaum erfahren, dass Juan Carlos am Donnerstag in Afrika auf Elefantenjagd gegangen war. Das Knigshaus informiert die ffentlichkeit nicht ber die Privataktivitten des Monarchen. Dem Knig sei eine Prothese in die Hfte eingesetzt worden, teilten die rzte am Wochenende mit. Die Fraktur hnge auch mit einer Arthrose im Hftgelenk zusammen. Der Monarch msse drei bis vier Tage im Krankenhaus bleiben und danach ein oder zwei Monate pausieren. Er knne jedoch bereits mit Krcken gehen, so die rzte.

Vergangenes Jahr musste der Knig schon Verletzungen am Knie und an der Achillessehne wegstecken. Im November war er daheim im Zarzuela-Palast mit dem Kopf gegen eine Trkante geprallt und hatte sich am linken Auge und an der Nase verletzt. Vor zwei Jahren war ihm ein gutartiger Lungentumor entfernt worden.

Der Enkelsohn schoss sich in den Fu

Auch eines seiner Enkelkinder liegt derzeit in einem Madrider Krankenhaus. Felipe Juan Froiln (13), ltester Enkel von Juan Carlos, hatte sich am Montag bei Schiebungen auf einem Landgut seines Vaters in Nordspanien mit einem Gewehr versehentlich in den Fu geschossen.

Seit einigen Monaten sorgt zudem die

Finanzaffre um Iaki Urdangarn, den Schwiegersohn von Juan Carlos

, fr Schlagzeilen. Der steht im Verdacht, als Chef einer gemeinntzigen Stiftung staatliche Gelder kassiert zu haben.

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