Präsident Nicolas Sarkozy im Wahlkampf – Ein Schmuddelkind, das niemals aufgibt

April 13, 2012
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Er war mal das Schmuddelkind der franzsischen Politikerklasse. Seit fnf Jahren ist der Sohn ungarischer Einwanderer Prsident. Sein Lebensmotto „Ich gebe niemals auf“ knnte Nicolas Sarkozy nun sogar zu einer zweiten Amtszeit verhelfen.

Wochenlang sah es so aus, als kmpfe Nicolas Sarkozy auf verlorenem Posten. In den Umfragen zur franzsischen Prsidentschaftswahl lag der Amtsinhaber deutlich hinter seinem sozialistischen Herausforderer Franois Hollande. Doch der 57-Jhrige hat aufgeholt. Den Meinungsforschern zufolge liegt Sarkozy derzeit gleichauf mit seinem Kontrahenten.

Auch wenn fr die Stichwahl ein Sieg des Sozialisten vorhergesagt wird, scheint eine zweite Amtszeit Sarkozys nicht mehr ausgeschlossen. Im Mai 2007 waren es vor allem die Reformversprechen, die den Sohn eines ungarischen Einwanderers mit deutlicher Mehrheit in den Elyse-Palast brachten: 53 Prozent der Whler gaben ihm damals ihre Stimme. Die Franzosen erhofften sich einen anderen Stil von Sarkozy, der nicht wie fast alle anderen Politiker die Elite-Hochschule ENA besucht hatte.

Wasser gepredigt, Wein getrunken

Doch von den groen Projekten setzte der frhere Anwalt, der

in mehrere Finanzaffren verwickelt

sein soll, vor allem die eher unpopulre Rentenreform um. Ansonsten profilierte sich der Ex-Haushaltsminister insbesondere in den beiden Finanzkrisen, die Europa whrend seiner Amtszeit durchmachte. Doch auch er konnte nicht verhindern, dass Frankreich im Januar die Bestnote AAA fr seine Kreditwrdigkeit verlor.

Der strenge Sparkurs, den Sarkozy seinen Landsleuten verordnete, steht im krassen Gegensatz zum persnlichen Stil, den der Prsident direkt nach seiner Wahl pflegte. Am Abend seines Erfolgs feierte Sarkozy im Nobelrestaurant Fouquets und machte dann auf der Yacht eines Unternehmerfreundes Urlaub, was ihm seine Landsleute bis heute bel nehmen.

Sarkozy freut sich ber sein Familienglck

„Wir betrachten fnf Jahre Amtszeit und Sie reden immer von zweieinhalb Tagen“, bemerkte Sarkozy, als er im Fernsehen darauf angesprochen wurde. Allerdings rumte der als „Freund der Reichen“ kritisierte Prsident seinen Fehler ein. Im Falle seiner Wiederwahl will der 57-Jhrige nur mit seiner Familie und einigen Freunden feiern: „Diesmal habe ich eine Familie, eine solide Familie“, sagte Sarkozy, dessen zweite Frau Ccilia ihn kurz nach der Wahl 2007 verlassen hatte.

Nur wenige Monate spter heiratete der begeisterte Jogger und Radfahrer das Ex-Model Carla Bruni, mit dem er sich anfangs gerne turtelnd zeigte – etwa im Urlaub in Jordanien oder beim Besuch in Disneyland. Inzwischen tritt das Ehepaar Bruni-Sarkozy betont zurckhaltend auf. Von ihrer Tochter Giulia, die im Oktober geboren wurde, gibt es keine offiziellen Fotos.

Chanel-Kostm statt Nacktfotos

Seit der Geburt des ersten gemeinsamen Kindes gibt sich vor allem Carla Bruni betont brgerlich und zugeknpft. Frher nannten Freunde sie „Tigerin“. Ihr wurden Affren mit Altrockern wie Mick Jagger und Eric Clapton sowie dem US-Milliardr Donald Trump wurden ihr nachgesagt. Nacktfotos der heutigen Prsidentengattin sind bis heute in Fotoausstellungen zu sehen.

Heute begleitet die 44-Jhrige ihren Gatten brav zu Wahlkampfauftritten und verhllt ihren Luxuskrper mit eleganten Chanel-Kostmen. Privat tauscht sie die Haute Couture auch gern mal gegen Jogginghosen und weite Pullover. Passend zum Outfit sitzt sie dazu angeblich auf dem heimischen Sofa und schaut sich die franzsische Version von „Bauer such Frau“ an.

Die Modelkarriere hat sie endgltig abgehakt. „Ich habe zehn Kilo zu viel, ich bin jetzt rundlich“ gestand sie vor kurzem in einem Interview. In den 90er Jahren gehrte die gebrtige Italienerin neben Claudia Schiffer und Naomi Campbell zu den bestbezahlten Models der Welt. „Mannequin sein ist wie Sport – mit 30 ist man tot“, sagte sie nach dem Ende ihrer Modelkarriere.

Spontan und gefhlsbetont

Fr die Zeit nach der Wahl hat die 1,76 groe First Lady und nebenberufliche Chansonsngerin bereits Plne: Sie mchte wieder ein Album aufnehmen, egal ob ihr Mann gewinnt oder verliert. Eine Niederlage wre fr Bruni-Sarkozy kein Drama, wie sie in einem Buch ber Prsidentengattinnen bekennt: „Ich wre wirklich glcklich, meine Tourneen wieder aufnehmen zu knnen. Und meinen Mann einmal anders zu entdecken.“

Noch steckt das Ehepaar aber im Wahlkampffieber. Sarkozy nennt als seine grten Fehler Spontaneitt und Gefhlsbetontheit. Seine beste Eigenschaft sei seine Energie, sagte der dreimal verheiratete vierfache Vater in einem Fernsehinterview. Diese Energie treibt den 57-Jhrigen nun dazu, fr eine weitere Amtszeit zu kmpfen. Auch Carla Bruni wre einer zweiten „Amtszeit“ als First Lady wohl nicht abgeneigt. „Die vergangenen fnf Jahre waren die aufregendsten meines Lebens“, schwrmte sie in einem Interview.

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