„Riverdance“-Vater Hermjo Klein – "Die Leute sagten, ich sei größenwahnsinnig"

FOCUS Online:  Mussten Sie damals viel Überzeugungsarbeit leisten?

Klein: Ich hab das gesehen und wusste: Das isses. Kollegen, die es auch gesehen haben, sagten durch die Bank: Das wird nie was. Das wird in Deutschland keinen Erfolg haben. Wir haben’s allen gezeigt. Der einzige, der außer mir noch dran geglaubt hat, war Karsten Jahnke – der der irischen Musik ohnehin sehr verbunden ist. Aber er hat sie nur in kleinen Häusern gesehen. Ich war der einzige, der gesagt hat: Das muss in große Hallen! Das müssen wir groß, groß, groß aufhängen! Und: im Fernsehen vorstellen. Für sowas kannst du nicht nur Plakate aufhängen. Da denken die Leute: Da komme irische Tänzer und die klappern mit de Füß. Das allein lockt keinen hinterm Ofen hervor. Um „Wetten, dass..?“ habe ich mich ein halbes Jahr lang bemüht. Die Premiere von „Riverdance“ wurde dafür um ein Jahr verschoben. Das hat sich gelohnt: Es war eine Show in Wien und Thomas Gottschalk hatte mehr als 19 Millionen Zuschauer. Viele von denen rannten am Montag drauf zum Ticketschalter.

FOCUS Online:  Gut, dass Sie mit der Arena Oberhausen eine große Halle hatten.

Klein: Die war ja gerade erst fertig. Aber ich wusste, wir mussten in jeder Hinsicht groß denken. Ich sagte zu den „Riverdance“-Leuten: Lacht mich nicht aus, aber ich würde sagen: Wir machen 14 Tage in Oberhausen in der Halle. Wir haben da noch Holland als Einzugsgebiet. Dann gehen wir wieder weg und kommen ein Dreivierteljahr später wieder nach Deutschland mit einer großen Tournee. Oberhausen war eine erste Duftmarke. Wir waren dann überall in den großen Hallen für 14 Tage. Als ich vor 45 Jahren in der Branche angefangen habe, war das Volksbildungsheim in Frankfurt das allerhöchste der Gefühle  – mit 1200 Plätzen. Dann sind wir in die Jahrhunderthalle, 2500 Plätze. Da sagten die Leute schon: Jetzt werden Sie aber größenwahnsinnig. Als wir dann im Juli 1970 mit Led Zeppelin noch die Frankfurter Festhalle mit 10 000 Plätzen in Angriff nahmen, sagte man, wir würden total spinnen. Heute ist das eine ganz normale Konzerthalle. 

FOCUS Online:  Unterhaltung ist heute ein großer Markt. Wie stehen Sie zu Ihrer Branche?

Klein: Unterhaltung hat vor allem mit Haltung zu tun. Ich habe Verantwortung dem Künstler gegenüber und dem Publikum gegenüber. Wenn mir Kollegen sagen, ihnen sei egal, was sie verkaufen, es könnten auch Würstchen sein – bei mir ist das nicht so. Wir schaffen Kultur. Wir bringen den Leuten zwei Stunden Unterhaltung im besten Sinne. Die sollen nach Hause gehen und ein Stück glücklicher sein als vorher. Dass der Alltag sie dann wieder einholt, ist klar. Deshalb machen wir ja mehr als ein Konzert (lacht). Leider gibt es immer mehr Kollegen, denen das total egal ist, und denen es nur darum geht, dass die Kohle stimmt. Es gibt leider immer weniger von altem Schrot und Korn.

 

Die “Riverdance”-Termine im Überblick:

31. Januar: Lanxess Arena, Köln

4.-8. Februar: König Pilsener Arena, Oberhausen

10., 11. Februar: Sparkassen Arena, Kiel

12. Februar: Getec Arena, Magdeburg

13. Februar: Messehalle, Erfurt

15., 16. Februar: Stadthalle, Chemnitz

18.-21. Februar: Tempodrom, Berlin

22., 23., Februar: AWS Hall, Hannover

24. -27. Februar: Musical Theater, Bremen

1., 2. März: Festspielhaus Baden-Baden

4.-7. März: Arena, Leipzig

8., 9. März: Congress Centrum, Würzburg

20., 21., März: Harmonie, Heilbronn

22., 23. März: Olympiahalle, München

24., 25. März: bigBox Allgäu, Kempten

27.-29. März: Liederhalle (Beethoven Saal), Stuttgart

30. März – 2. April: Jahrhunderthalle Frankfurt/Main

3. April: Arena, Trier

5. April: Sport und Kongresshalle, Schwerin

6.-10. April: CCH, Hamburg

11. April: Stadthalle, Bielefeld

12. April: Freiheitshalle, Hof

 

 

 

 

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