+++ News-Ticker zur Ukraine +++ – Nach der Revolution droht die Staatspleite: Müssen wir jetzt die Ukraine retten?

Nach der erzwungenen Machtübernahme krempelt die bisherige Opposition in der Ukraine im Eiltempo die politische Landschaft um. Bereits heute wird nach einer Regierung des „nationalen Vertrauens“ gesucht.  Die Zeit drängt – denn es droht offenbar ein Staatsbankrott. Die Entwicklungen im News-Ticker.

+++ Timoschenko: „Der Kampf ist nicht zu Ende“  +++

+++ Grenzpolizei stoppt Flugzeug mit Janukowitsch +++

+++ Wo versteckt sich der gestürzte Präsident? +++

+++ Ukraine droht der Staatsbankrott +++

08.42 Uhr: Nach dem erzwungenen Machtwechsel kämpft die neue Staatsführung gegen den offenbar drohenden Staatsbankrott. Infolge der dreimonatigen Tumulte sei man „am Rande einer Zahlungsunfähigkeit“ angelangt, erklärte Übergangspräsident Alexander Turtschinow. Während das ukrainische Parlament heute über die Bildung einer neuen Regierung beraten soll, laufen die Bemühungen des Westens an, den Ausfall russischer Finanzhilfen zu kompensieren. Eine zahlungsunfähige Ukraine könnte sowohl für die EU als auch Russland zur Belastung werden, warnt Außenminister Frank-Walter Steinmeier.     

08.15 Uhr: Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko hat erstmals nach ihrer Haftentlassung ihre kranke Mutter besucht. Die 53-Jährige sei unter großer Geheimhaltung mit einer Privatmaschine in ihre Heimatstadt Dnjepropetrowsk rund 400 Kilometer südöstlich von Kiew geflogen, berichtet der Fernsehsender TSN. 

07.25 Uhr: Der gestürzte Präsident Janukowitsch ist untergetaucht. Wie die “Bild”-Zeitung vom Montag berichtet, hat er aus Kiew kistenweise Geld per Hubschrauber aus der Hauptstadt fliegen lassen. Angeblich ist er mit 560 Millionen Dollar auf der flucht.

07.06 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte Timoschenko in einem Telefonat auf, auch auf die Menschen im Osten der Ukraine, wo der gestürzte Präsident seine Machtbasis hat, zuzugehen, wie es aus deutschen Regierungskreisen hieß.

06.14 Uhr: Unklarheit herrscht weiterhin über den Verbleib des Ex-Präsidenten Janukowitsch. Dieser hatte seine Absetzung durch das Parlament als verfassungswidrig zurückgewiesen. Der prorussische Politiker, der nach Angaben des Grenzschutzes das Land verlassen wollte, sprach von einem “Staatsumsturz”. Berichte über seine angebliche Festnahme auf der Krim am Sonntag wurden offiziell nicht bestätigt.

Thomson Reuters Ex-Präsident auf der Flucht: Tag der “offenen Tür” in Janukowitschs Residenz

05.21 Uhr: Die EU hat in der Ukraine-Krise vermittelt, doch nun reagiert man wenig euphorisch – denn die Erwartungen der Ukrainer sind kaum zu erfüllen. Heute reist die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton zu politischen Gesprächen nach Kiew. Dabei wird es wohl auch um finanzielle Fragen gehen.

02.49 Uhr: US-Finanzminister Jack Lew hat die Ukraine aufgefordert, wegen Finanzhilfen zügig auf den Internationalen Währungsfonds zuzugehen. Sobald eine Übergangsregierung stehe, sollte sich das Land um Hilfen bemühen, sagte Lew einem Vertreter des Ministeriums zufolge. Sowohl die USA als auch Europa und andere Staaten der europäischen Gemeinschaft seien bereit, den IWF zu unterstützen.

Montag, 24. Februar, 01.11 Uhr: Der Osteuropa-Beauftragte der Bundesregierung hat sich skeptisch über die neue Rolle der freigelassenen ukrainischen Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko geäußert. “Wir müssen damit rechnen, dass Timoschenko sofort die Oppositionsführung übernehmen will”, sagte der SPD-Politiker Gernot Erler der “Welt” vom Montag. Erler bezeichnete Timoschenko als “eine charismatische Figur, aber auch eine Scharfmacherin”. Das werde eine Herausforderung für alle Oppositionskräfte, so Erler. “Sie müssen in der Lage sein, gemeinsame Ziele zu definieren”, betonte der SPD-Politiker.

23.02 Uhr: In der dramatischen Situation seines Landes wirbt Vitali Klitschko um finanzielle Unterstützung von der EU und den USA. Klitschko sagte der “Bild”-Zeitung vom Montag: “Wir stehen weiterhin vor sehr großen Problemen, müssen jetzt zügig eine Übergangsregierung formen. Außerdem brauchen wir schnell Reformen und dafür finanzielle Hilfe. Ich bin dankbar, dass dazu bereits erste positive Signale aus Europa und den USA gekommen sind.”

21.12 Uhr: Wegen der “sich verschlechternden Lage” in der Ukraine hat Russland seinen Botschafter aus Kiew zu Konsultationen nach Moskau beordert. Eine eingehende Analyse sei unerlässlich, teilte das Außenministerium in Moskau mit. Zuvor hatte Ressortchef Sergej Lawrow in einem Telefonat mit seinem US-Kollegen John Kerry gefordert, das ausgehandelte Abkommen zwischen dem mittlerweile gestürzten Staatschef Viktor Janukowitsch und dessen Gegnern müsse eingehalten werden. “Genau das aber verweigert die ukrainische Opposition, die die Macht in Kiew ergriffen hat, die Waffen nicht strecken will und auf Gewalt setzt”, sagte Lawrow.  

20.59 Uhr: Außerdem hat der ukrainische Übergangspräsident einen Westkurs der Ex-Sowjetrepublik angekündigt und zugleich die Wichtigkeit der Beziehungen zum Nachbarn Russland betont. “Vorrang hat für uns, zum Kurs der Annäherung an Europa zurückzukehren”, sagte Turtschinow. “Wir müssen in den Kreis der europäischen Länder zurückkehren.”

20.23 Uhr: Nach der politischen Revolution droht der Ukraine offenbar der wirtschaftliche Kollaps: Übergangspräsident Alexander Turtschinow sagte am Abend, sein Land stünde am Rande der Zahlungsunfähigkeit. “Die Ukraine ist dabei, in den Abgrund zu rutschen, sie befindet sich am Rande einer Zahlungsunfähigkeit”, sagte Turtschinow am Sonntag in einer Ansprache an die Nation.

19.03 Uhr: “Österreich”-Reporter Karl Wendl berichtet FOCUS Online, dass sich Janukowitsch derzeit in einem Bunker versteckt halten soll. Dieses Gerücht kursiert derzeit zumindest in Geheimdienstkreisen.

VergrößernTeilen und Details

http://www.youtube.com/Channel 5

18.29 Uhr: Auf dem Video sind mehrere Lkw zu sehen, die den Präsidentenpalast verlassen. Später zeigt die Kamera aufnahmen von einem kleinen Flughafen. Dort sind zwei Helikopter zu sehen, die mit allerlei Gepäck beladen werden. Es soll sich um Eigentum des gestürzten Präsidenten Janukowitsch handeln. Der geschätzte Wert angeblich: 650 Millionen Dollar.

VergrößernTeilen und Details

http://www.youtube.com/Channel 5

17.25 Uhr: Der ukrainische Fernsehensender “Channel 5″ hat ein Überwachungsvideo veröffentlich. Das Video zeig, wie der gestürzte ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch seinen Protz-Palast außerhalb von Kiew verlässt.

VergrößernTeilen und Details

http://www.youtube.com/Channel 5

Channel5 Wo steckt der Despot?: Überwachungsvideo zeigt Flucht von Janukowitsch

17.14 Uhr:  Die Sicherheitsberaterin von US-Präsident Barack Obama, Susan Rice, warnt Russland davor, Streitkräfte in die Ukraine zu entsenden. Das wäre ein schwerer Fehler, sagt sie in einem NBC-Interview. Eine Teilung des Landes sei weder im Interesse Russlands noch Europas, der USA oder der Ukraine selbst.

17.02 Uhr: Merkel und Putin hätten ihr gemeinsames Interesse an der Stabilität des Landes in politischer wie in wirtschaftlicher Hinsicht bekräftigt, hieß es. Auch sei vereinbart worden, weiter in engem Kontakt zu bleiben. Nach Angaben des Kremls gratulierte Merkel bei dieser Gelegenheit Putin zum Erfolg der Olympischen Spiele in Sotschi. 

16.17 Uhr: Russlands Präsident Putin hat nach Angaben des Präsidialamtes in einem Telefonat mit Bundeskanzlerin Merkel über die Entwicklung in der Ukraine gesprochen. “Beide stimmten darin überein, dass die Ukraine rasch eine handlungsfähige Regierung erhalten und ihre territoriale Integrität gewahrt bleiben müsse”, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Sonntag mit. 

REUTERS
Tausende Ukrainer kamen am Wochenende in die Privatresidenz von Viktor Janukowitsch. Kilometerweit stauen sich Autos vor dem Gelände. Die Sicherheitsleute sind wie ihr einstiger Chef geflohen.

REUTERS
Was sie sehen, macht sie fassungslos: Eine riesige Villa, ausgedehnte Rasenflächen, ein eigener Golfplatz und ein Zoo. “Willkommen in der Ukraine”, ruft der Wachmann am Eingang den Schaulustigen zu, die durch das Tor an ihm vorbeiziehen.

REUTERS
Das Haupthaus, ein auf barocken Säulen stehendes holzverkleidetes Gebäude im Landhausstil, bleibt zunächst verschlossen. Durch das Fenster können die Besucher einen Blick in das Innere werfen.

REUTERS
Ungläubig blicken sie auf Marmorböden, vergoldete Figuren und alte Ritterrüstungen – und ein paar herumstehende Kisten, die auf eine übereilte Abreise des einstigen Hausherrn schließen lassen.

REUTERS
Später öffnen sich auch hier die Türen. Die Ukrainer inspizieren Badezimmer…

REUTERS
… und Weinsammlung des Ex-Präsidenten.

REUTERS
“Mama, wo ist die goldene Toilette?”, fragt der fünfjährige Ross, als seine Mutter Iwanowa ihn an einem schwimmenden Festsaal vorbeiführt.

REUTERS
Die Ukrainer schwanken zwischen Wut und Amüsiertheit angesichts der absurd wirkenden Szenerie.

REUTERS
Sie machen Handyfotos von den imitierten griechischen Säulen und den seltenen Fasanen, die aus der Mongolei und von der Insel Sumatra importiert wurden.

REUTERS
Auch die Golftasche wird abgelichtet …

REUTERS
… und kommt später zum Einsatz.

dpa
Das Schiff diente dem Präsidenten als Restaurant.

REUTERS
“So ein Piratenschiff hätte ich auch gerne”, sagt ein Junge zu seiner Mutter. “Keine Sorge, wir haben uns ja schon dieses hier genommen”, antwortet sie.

dpa
“Ich bin schockiert”, sagt die pensionierte Soldatin Natalia Rudenko. “In einem Land mit so viel Armut, wie kann ein Mensch da so viel besitzen – er muss psychisch krank sein.” Die Welt müsse das sehen und Janukowitsch vor Gericht stellen.

REUTERS
Ansehen, aber nicht kaputt machen: Schon am Zaun steht auf einem Schild “Besucher, zerstört nicht die Beweise der Arroganz der Diebe!”

REUTERS
Kilometerweit spazieren die Besucher über das Gelände, vorbei an Gewässern, Pferdekoppeln, dem Hubschraberlandeplatz und der Halle mit den historischen sowjetischen Militärfahrzeugen.

REUTERS
Immer wieder bleiben sie stehen um den unfassbaren Luxus zu dokumentieren…

dpa
… und auszuprobieren. Wie diese luxuriöse Badewanne mit Ausblick.

REUTERS
Die Erinnerung an die Gewalt auf dem Maidan ist noch frisch, als die Menschen mit dem ausschweifenden Lebensstil des Machthabers konfrontiert werden.

REUTERS
“Das bestärkt mich in der Gewissheit, dass es das wert war”, sagt Bogdan Pantschischin mit Blick auf die Opfer der Proteste. “Wenn die hundert Toten das sehen könnten, ich denke, sie würden dasselbe sagen.”

REUTERS
Viktor Kowaltschuk schlägt vor, das Anwesen in ein Kranken- oder Waisenhaus umzuwandeln – in etwas, das den Opfern der Zusammenstöße einen Sinn gibt. “Es wurde mit unserem Geld gebaut, also müssen wir es zurückbekommen.”

dpa
Wie auch immer, das muss dem Volk zurückgegeben werden”, sagt der Mechaniker Kowaltschuk. So sehen es auch die Politiker in Kiew: Am Sonntag beschließt das Parlament, die umstrittene Privatisierung des Anwesens wieder rückgängig zu machen.

Bilder vergrößernBildinfo ausblenden

Bild 1/22

15.22 Uhr: Die ukrainische Oppositionsführerin Julia Timoschenko will nach eigenen Angaben nicht Ministerpräsidentin des Landes werden. Sie bitte ihre Parteifreunde, sie nicht als Kandidatin für das Amt der Regierungschefin in Betracht zu ziehen, schrieb Timoschenko in einer am Sonntag von ihrer Vaterlandspartei veröffentlichten Erklärung. Es habe sie “überrascht”, das zuvor über sie als mögliche Kandidatin berichtet worden sei.

14.47 Uhr: An ihrem ersten Tag in Freiheit hat die ukrainische Oppositionsführerin nach Angaben einer Sprecherin Treffen mit Botschaftern mehrerer westlicher Staaten in der Hauptstadt Kiew vereinbart. Um welche Länder es sich handelte, sagte Sprecherin Natalia Lyssowa am Sonntag allerdings nicht. Sie gab an, dass Timoschenko anschließend in ihre Heimatstadt Denjepropetrowsk im Osten des Landes reisen wolle, um ihre Mutter zu besuchen.

14.07 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat der freigelassenen ukrainischen Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko in einem Telefonat eine Behandlung ihres Rückenleidens in Deutschland angeboten. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ vorab unter Berufung auf Regierungskreise. Merkel begrüßt Timoschenko demnach mit den Worten „Willkommen in der Freiheit“.  Die Kanzlerin appelliert an Timoschenko,  sich für den Zusammenhalt des Landes und der bisherigen Opposition einzusetzen und auch auf die Menschen im Osten zuzugehen. „Frau Timoschenko muss sich in den Prozess jetzt eingliedern. Sie wäre gut beraten, andere einzubeziehen“, sagt der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Europaparlamentes, Elmar Brok (CDU), der „Süddeutschen Zeitung“. Er hatte sich wie Merkel jahrelang für eine Freilassung der Oppositionspolitikerin eingesetzt.

13.18 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel gratuliert Timoschenko nach Angaben der Pressestelle der ukrainischen Oppositionsführerin telefonisch zur Freilassung. Einzelheiten zu dem Gespräch werden nicht genannt.

12.15 Uhr: Das Parlament enthebt Außenminister Leonid Koschara des Amtes, einen engen Vertrauten des abgesetzten Präsidenten Janukowitsch. Ein Nachfolger wurde zunächst nicht gewählt.

12.03 Uhr: Der 49-Jährige Turtschinow gilt als engster Vertrauter von Julia Timoschenko. Wie die Oppositions-Ikone stammt er aus Dnjepopetrowsk im Osten des Landes und ist  stellvertretender Vorsitzender ihrer Vaterlandspartei.

11.50 Uhr: Das Parlament hat seinen neuen Chef Alexander Turtschinow zum Übergangspräsidenten bestimmt. Die Abgeordneten votierten dafür, die Vollmachten des Staatsoberhaupts vorübergehend auf den Parlamentschef zu übertragen. Gestern hatten die Abgeordneten Präsident Viktor Janukowitsch des Amtes enthoben.

11.46 Uhr: Die Einzelhandelskette Tchibo stoppt wegen der Krise in der Ukraine die Ausstrahlung eines Werbespots mit dem dortigen Oppositionsführer und Ex-Boxer Vitali Klitschko. „Angesichts der Bilder, die uns in den letzten Tagen aus Kiew erreicht haben, scheint es uns nicht angebracht, diesen Film noch zu zeigen“, sagte Tchibo-Sprecher Arnd Liedtke dem „Tagesspiegel am Sonntag“. Die Firma bedaure dies. In dem 30 Sekunden langen Film sollten Vitali Klitschko und sein Bruder Wladimir für verschiedene Fitnessprodukte wie etwa ein Springseil werben. Der Spot sei bereits im Sommer gedreht worden und hätte in Kürze ausgestrahlt werden sollen.

11.31 Uhr: Der neue Parlamentspräsident Olexander Turtschinow ruft die Abgeordneten auf, sich bis Dienstag auf eine Regierung der nationalen Einheit zu einigen. Unterdessen wurden am Vormittag 64 festgenommene Demonstranten aus dem Gefängnis entlassen. Drei weitere würden vermutlich nach Gerichtsentscheidungen an diesem Montag auf freien Fuß kommen, sagt der kommissarische Innenminister Arsen Awakow im Parlament. Der Beauftragte für die Staatsanwaltschaft, Oleg Machnizki, kündigt an, alle Teilnehmer der blutigen Proteste in Kiew zu rehabilitieren und die Strafverfahren einzustellen. Es handele sich dabei nicht bloß um einen einfachen Straferlass. Bei Straßenkämpfen zwischen Sicherheitskräften und Regierungsgegnern waren allein in Kiew mindestens 82 Menschen getötet worden. 

10.39 Uhr: Vitali Klitschko begrüßt die Freilassung Timoschenkos. Der “Bild am Sonntag” sagte er: “Endlich ist Timoschenko frei, das ist gut für die Ukraine. Und ich finde es gut, dass sie antreten wird gegen mich, denn auch die Menschen in der Ukraine brauchen gerade jetzt viele Kandidaten bei den Wahlen.”

10.00 Uhr: Das Parlament will noch heute einen neuen Regierungschef wählen. Eine Kandidatin ist die Oppositionsführerin Julia Timoschenko, die das Amt bereits zweimal innehatte. Die 53-Jährige war gestern nach rund zweieinhalb Jahren Haft freigelassen worden.  Auch ihr Parteigenosse Arseni Jazenjuk stehe zur Wahl, sagt Nikolai Tomenko von Timoschenkos Partei. Dritter prominenter Kandidat ist der Unternehmer Pjotr Poroschenko.  Regierungschef Nikolai Asarow war Ende Januar auf Druck der Opposition zurückgetreten. Mittlerweile sind die Gegner des abgesetzten Präsidenten Viktor Janukowitsch an der Macht. 

08.55 Uhr: Nach der Freilassung von Oppositionsführerin Timoschenko haben die Regierungsgegner den Tag in Kiew ruhig begonnen. Mit Patrouillen bewachte die Opposition weiter die Barrikaden am Maidan. Dort hatte die Ex-Regierungschefin am Vorabend in einer emotionalen Rede an mehr als 100.000 Menschen appelliert, mit ihrem Kampf nicht nachzulassen. Erst Neuwahlen, die für den 25. Mai angesetzt sind, könnten den Machtwechsel abschließen. Wo sich Staatschef Janukowitsch aufhält, ist weiter unklar. 

06.55 Uhr: Die Europäische Union stellt Finanzhilfen in Aussicht. Die EU stehe für eine substanzielle finanzielle Unterstützung bereit, sobald es eine politische Lösung des Konflikts und eine neue Regierung gebe, sagt Wirtschaftskommissar Olli Rehn am Rande des G20-Finanzministertreffens in Sydney. Ähnlich äußerten sich Vertreter der USA.

05.45 Uhr: Russland setzt die für die Ukraine geplanten Hilfen vorerst aus. Zunächst müsse es eine neue Regierung geben, sagte Finanzminister Anton Siluanow beim G20-Treffen in Sydney. Eigentlich wollte Russland für zwei Milliarden Dollar ukrainische Anleihen kaufen. Es wäre die zweite Tranche eines insgesamt 15 Milliarden Dollar umfassenden Hilfspakets gewesen.  „Letze Woche haben wir darüber gesprochen. Aber seitdem hat sich die politische Lage dramatisch geändert. Jetzt müssen wir warten bis es eine neue Regierung gibt, bevor wir darüber eine Entscheidung fällen können“, sagte Siluanow.

Sonntag, 23. Februar, 03.35 Uhr: Die EU begrüßt die Freilassung von Julia Timoschenko. Das sei ein wichtiger Schritt, um das Problem der „selektiven Justiz“ anzugehen, teilt die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton mit. Ashton appellierte an die Konfliktparteien, im Bemühen um eine dauerhafte Lösung für die politische Krise nicht nachzulassen. Die EU verfolge die Lage in dem Land „Minute für Minute
59f3
. Sie rufe Jeden in der Ukraine dazu auf, „den Rechtsstaat und die Verfassung zu respektieren“.

Continued - 

+++ News-Ticker zur Ukraine +++ – Nach der Revolution droht die Staatspleite: Müssen wir jetzt die Ukraine retten?

Teilen:


Like this:

Like Loading…

Excerpt from - 

+++ News-Ticker zur Ukraine +++ – Nach der Revolution droht die Staatspleite: Müssen wir jetzt die Ukraine retten?

Zu Ehren von Nelson Mandela: National Geographic Channel ändert Programm und zeigt deutsche TV-Premiere von "Mandela: Ein Leben für die…

Thumbnail

Zu Ehren von Nelson Mandela: National Geographic Channel ändert Programm und zeigt deutsche TV-Premiere von “Mandela: Ein Leben für die…

Continued: 

Zu Ehren von Nelson Mandela: National Geographic Channel ändert Programm und zeigt deutsche TV-Premiere von “Mandela: Ein Leben für die…

Teilen:


Like this:

Like Loading…

Link: 

Zu Ehren von Nelson Mandela: National Geographic Channel ändert Programm und zeigt deutsche TV-Premiere von "Mandela: Ein Leben für die…

Sojstedt ersetzt Jennings – Ikea-Managerin soll Karstadt-Chefposten übernehmen

Beim schwächelnden Warenhauskonzern Karstadt soll nach einem „Spiegel”-Bericht eine Ikea-Managerin neue Vorstandschefin werden. Eva-Lotta Sjöstedt solle zum Jahresanfang Karstadt-Chef Andrew Jennings ablösen, dessen Vertrag Ende Dezember ausläuft. Der Karstadt-Aufsichtsrat müsse der Berufung noch zustimmen. Vom Warenhauskonzern war am Sonntag keine Stellungnahme zu dem Bericht zu erhalten. 

Unbeliebter Chefsessel: Kandidaten sagten ab

Die Schwedin Sjöstedt hatte dem Bericht zufolge in den vergangenen zehn Jahren diverse Management-Posten bei dem Möbelkonzern inne, unter anderem in Japan und den Niederlanden. Zuletzt war sie demnach für die globale Entwicklung des Multi-Channel-Geschäfts von Ikea, also für die Kombination aus Online- und Filialhandel zuständig.

Andrew Jennings ist seit Anfang 2011 Vorstandschef von Karstadt. Im Juni hatte er angekündigt, seinen Vertrag nicht zu verlängern. Er hatte dem Warenhausriesen bescheinigt, bei der Sanierung noch nicht über den Berg zu sein. Zuvor hätten monatelang verschiedene Kandidaten dem krisengeschüttelten Warenhauskonzern abgesagt.

Israelischer Investor übernimmt 37 Prozent

Die deutsche Kaufhauskette lag bis September in den Händen des US-deutschen Investors Nicolas Berggruen, der Karstadt 2010 aus der Insolvenz des Handelskonzerns Arcandor – früher KarstadtQuelle – übernommen hatte.

Der österreichischen Investor René Benko kaufte im Herbst mit seiner Firma Signa Holding 75,1 Prozent der Anteile an den Karstadt-Luxusfilialen und Sporthäusern. Lovro Mandac, der Chef von Karstadt-Konkurrent Kaufhof erteilte kürzlich einer Fusion eine Absage. Er wolle die Häuser nur geschenkt.  Ansonsten würde Laut eines Berichts des „Manager Magazins” von Ende November sollen jeweils 37,55 Prozent der Anteile an beiden Gesellschaften nun in die Hände des israelischen Diamantenhändlers und Multimilliardärs Beny Steinmetz übergehen.

Video: Tarifstreik bei Karstadt

 

Follow this link - 

Sojstedt ersetzt Jennings – Ikea-Managerin soll Karstadt-Chefposten übernehmen

Teilen:


Like this:

Like Loading…

Read original article:  

Sojstedt ersetzt Jennings – Ikea-Managerin soll Karstadt-Chefposten übernehmen