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Nicht wegen Israel-Gedicht im Krankenhaus – Klinikbesuch von Günter Grass war lange geplant

Gnter Grass liegt im Krankenhaus und sofort wird spekuliert: Setzten ihm Kritik und Hme nach seinem Israel-Gedicht „Was gesagt werden muss“ so sehr zu? Nein, sagt seine Sprecherin. Der Grund ist ein anderer.

Es handle sich um eine seit langem geplante Untersuchung, sagte eine Sprecherin seines Lbecker Bros am Dienstag. Im „Hamburger Abendblatt“ betonte sie, dass nicht die Aufregung um sein

vor zwei Wochen verffentlichtes Gedicht

Grund fr den Krankenhausaufenthalt sei.

Ein Sprecher der Asklepios Klinik sagte: „Gnter Grass wird zurzeit untersucht, nhere Informationen knnen wir noch nicht geben.“ Der Schriftsteller war am Montagabend nach Angaben seiner Sprecherin von seiner Ehefrau zu der Untersuchung gefahren worden. „Wir nehmen an, dass er in den nchsten Tagen wieder zu Hause sein wird.“ Nhere Angaben zur Art der Untersuchung machte die Sprecherin nicht. Die „Bild“-Zeitung hatte unter Berufung auf einen Kliniksprecher berichtet, Grass sei mit Herzproblemen in ein Krankenhaus gebracht worden.

Labiler Gesundheitszustand

Der 84-Jhrige hatte vor zwei Wochen mit seinem Gedicht „Was gesagt werden muss“ fr heftige Diskussionen gesorgt. Grass hatte darin geschrieben, dass die Atommacht Israel den Weltfrieden bedrohe und das iranische Volk mit einem Erstschlag auslschen knne. Damit hatte er Kritik im In- und Ausland ausgelst. Israel verhngte ein Einreiseverbot gegen den Autor.

Der Literaturnobelpreistrger hatte die Debatte ber seine Israel-Kritik mit einer neuen verbalen Spitze weiter angeheizt: Er bezeichnete das gegen ihn verhngte Einreiseverbot Israels als „Zwangsmanahme“, die an DDR-Methoden erinnere. Das werde aber seine Erinnerungen an frhere Aufenthalte in Israel nicht auslschen knnen, meinte Grass. „Immer noch sehe ich mich dem Land Israel unkndbar verbunden.“

Mitarbeiter von Grass hatten bei Presseanfragen immer wieder auf seinen labilen Gesundheitszustand hingewiesen. In der Asklepios Klinik im Hamburger Stadtteil St. Georg wurde auch schon Helmut Schmidt mit Herzproblemen behandelt.

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Nicht wegen Israel-Gedicht im Krankenhaus – Klinikbesuch von Günter Grass war lange geplant

Nach der Israel-Kritik – Günter Grass mit Herzproblemen in Krankenhaus eingeliefert

Der Nobelpreistrger Gnter Grass liegt im Krankenhaus: Der 84-Jhrige wurde mit Herzproblemen in eine Hamburger Klinik gebracht. Grass hatte erst vor zwei Wochen mit einem kritischen Gedicht ber Israel fr Aufsehen gesorgt.

Ein Kliniksprecher besttigte der „Bild“-Zeitung, dass der Schriftsteller am Montag mit Herzproblemen in einer Hamburger Klinik stationr aufgenommen worden ist.

Grass hatte vor zwei Wochen, wegen eines kritischen Gedichts ber Israel fr Aufsehen gesorgt. Daraufhin war ihm Antisemitismus vorgeworfen worden. Israel hatte den deutschen Schriftsteller zur Persona non grata erklrt und ihm damit die Einreise in das Land verweigert.

Grass bezeichnete das gegen ihn verhngte Einreiseverbot nach Israel als „Zwangsmanahme“, die an

DDR-Methoden erinnere

. Zuvor sei ihm zwei Mal die Einreise in ein Land verboten worden – in die DDR und Ende der 1980er-Jahre nach Birma, schrieb er in einem kurzen Text in der „Sddeutschen Zeitung“ mit der berschrift „Damals wie heute – meine Antwort auf jngste Beschlsse“.

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Nach der Israel-Kritik – Günter Grass mit Herzproblemen in Krankenhaus eingeliefert

Nach der Kritik an Israel – Günter Grass mit Herzproblemen in Krankenhaus eingeliefert

Der Nobelpreistrger Gnter Grass liegt im Krankenhaus: Der 84-Jhrige wurde mit Herzproblemen in eine Hamburger Klinik gebracht. Grass hatte erst vor zwei Wochen mit einem kritischen Gedicht ber Israel fr Aufsehen gesorgt.

Ein Kliniksprecher besttigte der „Bild“-Zeitung, dass der Schriftsteller am Montag mit Herzproblemen in einer Hamburger Klinik stationr aufgenommen worden ist.

Grass hatte vor zwei Wochen, wegen eines kritischen Gedichts ber Israel fr Aufsehen gesorgt. Daraufhin war ihm Antisemitismus vorgeworfen worden. Israel hatte den deutschen Schriftsteller zur Persona non grata erklrt und ihm damit die Einreise in das Land verweigert.

Grass bezeichnete das gegen ihn verhngte Einreiseverbot nach Israel als „Zwangsmanahme“, die an

DDR-Methoden erinnere

. Zuvor sei ihm zwei Mal die Einreise in ein Land verboten worden – in die DDR und Ende der 1980er-Jahre nach Birma, schrieb er in einem kurzen Text in der „Sddeutschen Zeitung“ mit der berschrift „Damals wie heute – meine Antwort auf jngste Beschlsse“.

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Nach der Kritik an Israel – Günter Grass mit Herzproblemen in Krankenhaus eingeliefert

Late Night: Jauch und die Israel-Debatte ohne Günter Grass

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Jauch und die Israel-Debatte ohne Gnter Grass

Israel und die Bombe: Was Grass in seinem umstrittenen Gedicht andeutet, wurde in Jauchs ARD-Talk diskutiert. Es ging dabei ans Grundstzliche des deutsch-israelischen Verhltnisses.

Israel und die Bombe: Was Grass in seinem umstrittenen Gedicht andeutet, wurde in Jauchs ARD-Talk diskutiert. Es ging dabei ans Grundstzliche des deutsch-israelischen Verhltnisses. Von Ralf Isermann

Mit seinen 91 Jahren ist er ruhiger geworden, der Marcel Reich-Ranicki. Vor wenigen Jahren htte er seinem Lieblingsfeind Gnter Grass wohl eine ordentliche verbale Tracht Prgel fr dessen Israel-Gedicht verpasst. Doch jetzt?

Grass hat einfach literarisch nichts mehr im Angebot

Fast schon altersmilde ging er mit dem Dichter zu Gericht, den er auch schon mal krftig verrissen hat. “Man lsst es noch zwei Wochen liegen, dann ist der Fall erledigt”, sagte der sichtbar greis gewordene Literaturkritiker in einem bei Gnther Jauch eingespielten Interview.

“Spielerei” sei der in aller Welt diskutierte Text. Nicht angenehm, “er hat ein bisschen Skandal gemacht”. Aber dass der Literaturnobelpreistrger, der sich erst spt zu seiner Vergangenheit bei der SS bekannt hat, ein Antisemit sein knnte, das sei nicht wahr.

Ein ganz anderes Motiv vermutet Reich-Ranicki: nmlich, dass Grass nun auf diese Art fr Aufmerksamkeit sorgen muss, weil er mit seinen auch schon 84 Jahren literarisch nichts mehr im Angebot hat. “Wre er 75, wre alles ganz anders.”

Die nur kurze Einspielung des Kritikers gengte, um die andauernde Diskussion um den Grass-Text endgltig abzubinden. In Jauchs Runde versuchten sich Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP), der Publizist Jakob Augstein, Historiker Michael Wolffsohn, Schauspieler Michael Degen und Schleswig-Holsteins ehemalige Ministerprsidentin Heide Simonis (SPD) zwar auch in eigenen Ergssen zum Motiv und Skandal des Textes.

Doch all dem, was schon gesagt wurde, hatten sie nichts Neues hinzuzufgen. Aber weil sie wohl selbst auch ein bisschen darber mde sind, brachten sie das Gesprch noch auf die andere, bisher wenig diskutierte Ebene der Nahostpolitik.

Schere zwischen verffentlichter und ffentlicher Meinung

Wie ernst ist es eigentlich zwischen Israel und Iran? Welche Rolle nimmt die Regierung Netanjahu da ein? Und welche Deutschland? Besonders Augstein, Herausgeber des Wochenmagazins “Der Freitag”, brannte die politische Ebene sichtlich unter den Ngeln.

Im verschwrerischen Duktus erkannte er eine “ganz groe Schere zwischen der verffentlichten Meinung und der ffentlichen Meinung” in Deutschland. Es werde versucht, eine Grass-Debatte zu fhren, um mglichst nicht das eigentliche Nahost-Thema zu diskutieren.

Woran das liegt? Die auenpolitischen Kommentatoren in Deutschland wrden alle sehr hnlich denken, sie seien “Teil eines Zirkels”. Dem Publikum gefiel die Sichtweise Augsteins, mit Applaus goutierte es seine Einschtzung, dass es abweichende Meinungen da “sehr, sehr schwer” htten.

Wird Israel aus dem Schuldgefhl der Deutschen heraus also tatschlich bei Kriegsplanungen gegen den Iran in Ruhe gelassen, ganz so, wie es bei Grass anklingt? Ein Gedanke, den Regierungsmitglied Niebel weit wegzuschieben versuchte.

“Israel kann auch ohne deutsche Waffen”

“Die Geschichte der Wiedergutmachung ist lngst abgeschlossen. Wir sind strategische Partner mit der einzigen Demokratie im Nahen Osten”, beharrte der FDP-Mann. Doch traf diese Regierungseinschtzung besser den Kern als die von Augstein?

Es ging bei Jauch ans Grundstzliche des deutsch-israelischen Verhltnisses. Simonis etwa prangerte die U-Bootverkufe Deutschlands an Israel an. Die seien schon unter SPD-Bundesregierungen “dmlich” gewesen und mssten nun von Schwarz-Gelb nicht nachgeeifert werden.

Doch so richtig sinnlos wirken diese Lieferungen erst durch das, was sowohl der jdische Historiker Wolffsohn als auch Niebel sagten: “Die israelische Armee kann auch ohne deutsche Waffen.” Denn Israel sei hervorragend mit Waffen ausgestattet.

Merkel hat Israels Sicherheit zur Staatsrson erklrt

Aber dann knnte Deutschland doch eigentlich auf jede Waffenlieferung verzichten und wre vlkerrechtlich fein raus, sollte es tatschlich zu einem befrchteten vlkerrechtswidrigen Angriff auf den Iran kommen. Doch so einfach ist es nicht – und so einfach wird es zumindest unter einer Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nie mehr werden.

Denn ein weiterer Aspekt der Debatte war das Zugestndnis Merkels vor der Knesset im Jahr 2008, als sie die Sicherheit Israels ausdrcklich mit Blick auf den Iran zur Staatsrson Deutschlands erklrt hatte. “Das heit, die Sicherheit Israels ist fr mich als deutsche Bundeskanzlerin niemals verhandelbar”, sagte Merkel damals.

Fr Augstein historisch ein beispielloser Akt. “Es hat eine so weitreichende Garantie noch nie gegeben.” Und ein Akt mit weitreichender Folge: Was wird passieren, wenn Israel den Iran angreift? Und das vielleicht sogar mit einer Atombombe? Wie tief steckt Deutschland dann mit drin? “Deutsche Verbrechen werden kein Stck besser, wenn Israel jetzt seinerseits Verbrechen begeht”, sagte Augstein.

Wolffsohn versuchte noch, diese Vorstellung als unrealistisch abzutun. Israels Existenz sei nicht gefhrdet – also msse Merkel nicht fr ihr Wort einstehen. Realpolitisch sei ihr Versprechen nicht so besonders bedeutend.

Lders: Angriff Israels steht unmittelbar bevor

Doch wer Michael Lders glaubt, wird das anders sehen. Lders ist ein so genannter Nahostexperte. Nicht unumstritten, aber hufig zitiert und auch beratend fr die Politik ttig. Nach seiner Einschtzung steht ein israelischer Angriff auf den Iran bereits kurz bevor. “Es gibt verschiedene Hinweise, die in diese Richtung deuten”, sprach er hnlich verschwrerisch wie zuvor Augstein.

Beim Gesprch von Ministerprsident Benjamin Netanjahu mit US-Prsident Barack Obama im Mrz in Washington sei vereinbart worden, noch einmal zwei Monate zu verhandeln. Doch Israel treffe bereits “aktive Kriegsvorbereitungen” und habe von Aserbaidschan bereits die Genehmigung bekommen, von dort aus den Iran anzugreifen. Er sei berzeugt, dass Grass sehr rasch wieder rehabilitiert sein werde, wenn dieser Angriff erfolgt sei, sagte Lders.

Grass hatte Jauchs Einladung ausgeschlagen

War dies Wichtigtuerei? Oder ein Schreckensszenario mit Substanz? Das wisse niemand, sagte Wolffsohn. “Sie werden es nicht vorher ankndigen.” Es kann also nur abgewartet werden, ob das Horror-Szenario von einem Krieg zwischen Israel und Iran mit all seinen Folgen bald in sich zusammenbricht oder ob es Realitt wird.

Grass, der eine Einladung zu Jauch ausgeschlagen hatte, drfte sich freuen, dass nun nicht mehr allein ber seinen Text, sondern auch ber diese Bedrohung diskutiert wird. Seine politische Busenfreundin Heide Simonis bernahm bei Jauch die Rolle der Skeptikerin. “Man ahnt, es geht nicht gut aus.”

Michael Wolffsohn, Historiker: “Ein Knstler darf das Recht auf Irrtum haben, ja, selbst auf Spinnerei. Aber dann muss man auch das Recht haben zu sagen, Junge, du spinnst.”

Jakob Augstein, Publizist: “Deutsche Verbrechen werden kein Stck bessern, wenn Israel jetzt seinerseits Verbrechen begeht.”

Dirk Niebel, Entwicklungsminister (FDP): “Die Geschichte der Wiedergutmachung ist lngst abgeschlossen. Wir sind strategische Partner mit der einzigen Demokratie im Nahen Osten.”

Heide Simonis, ehemalige Ministerprsidentin von Schleswig-Holstein (SPD): “Ich denke schon, dass man Freunde kritisieren darf. Die Frage ist nur, wie man das macht.”

Michael Degen, Schauspieler: “Ein Volk, das einmal den Holocaust durchgemacht hat, will es sich nicht zum zweiten Mal gefallen lassen.”

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Late Night: Jauch und die Israel-Debatte ohne Günter Grass

US-Politologe im stern: Israels Siedlungspolitik gefährlicher als eine iranische Bombe, Grass-Gedicht "verstörend"

US-Politologe im stern: Israels Siedlungspolitik gefhrlicher als eine iranische Bombe, Grass-Gedicht “verstrend”

Hamburg (ots) – Die Besatzung der Palstinensergebiete und der Ausbau der jdischen Siedlungen bedrohen laut Peter Beinart Israels Fortbestand als demokratischer Staat. “Eine iranische Bombe wre eine ernste, aber keine existenzielle Bedrohung. Israel ist hingegen in seiner Existenz als demokratischer Staat bedroht, wenn es sich nicht aus den besetzten Gebieten zurckzieht”, sagt der New Yorker Politikprofessor im Interview mit dem Hamburger Magazin stern. Der Politologe und orthodoxe Jude fordert eine Kennzeichnung von Produkten, die aus den jdischen Siedlungen im besetzten Westjordanland kommen – auch in deutschen Supermrkten. “Ich will, dass die Leute anstelle von Produkten aus den Siedlungen Produkte kaufen, die in Israel hergestellt wurden”, so der 41-Jhrige. Mit seinem Aufruf zum Siedlungs-Boykott will er eine Debatte ber die Politik der israelischen Regierung anstoen, “Juden zu subventionieren, damit sie ins Westjordanland ziehen”, sagt der Autor des gerade in den USA erschienen Buchs “The crisis of Zionism”.

Israel beziehe seine Legitimitt zuallererst aus seiner Demokratie, nicht so sehr aus der Funktion als Schutzmacht der Juden, so Beinart, der sich als “ziemlich glubigen Menschen” und “berzeugten Zionisten” beschreibt. “Wenn Israel die Besatzung fortfhrt, spielt es seinen Feinden in die Hnde. Denn dann knnen alle sagen: Die tun doch nur, als wren sie eine Demokratie.”

Als “verstrend” beschreibt Beinart das israelkritische Gedicht von Gnter Grass. “Herr Grass bedient sich nationalsozialistischen Vokabulars, wenn er davon spricht, Israel wolle das iranische Volk “auslschen”. Durch die Gleichsetzung israelischer Politik mit dem Holocaust untergrbt Grass jedes seiner vielleicht richtigen Argumente.” Der Nobelpreistrger se so Zweifel an seiner Urteilsfhigkeit.

Pressekontakt:

Gruner+Jahr, stern
Hans-Hermann Klare
Telefon: 040-3703-3595
klare.hans-hermann@stern.de 

Original source:

US-Politologe im stern: Israels Siedlungspolitik gefährlicher als eine iranische Bombe, Grass-Gedicht "verstörend"

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Trotz Gedicht zu Israel – Günter Grass behält seinen Literaturnobelpreis

In der Aufregung um das Gedicht von Gnter Grass hat Israel nicht nur ein Einreiseverbot ausgesprochen, sondern auch angeregt, Grass den Nobelpreis abzuerkennen. Das Komittee in Stockholm will davon aber nichts wissen.

Die Schwedische Akademie sieht keinen Anlass, Gnter Grass nach der Diskussion um sein Israel-kritisches Gedicht den Literaturnobelpreis abzuerkennen. Das erklrte der Sekretr der Akademie, Peter Englund, am Dienstag. Grass habe den Preis ausschlielich wegen seiner literarischen Verdienste erhalten, betonte Englund in einem Beitrag, den er in seinem Blog auf Deutsch, Englisch und Schwedisch verffentlichte.

In dem Gedicht „Was gesagt werden muss“ hatte Grass geschrieben, die Atommacht Israel bedrohe den Weltfrieden und knne das iranische Volk mit einem Erstschlag auslschen. Israels Innenminister Eli Jischai von der strengreligisen Schas-Partei hatte im israelischen Rundfunk daraufhin gesagt, man msse dem 84-jhrigen Grass eigentlich den Literaturnobelpreis aberkennen. Jischai hat gegen Grass ein Einreiseverbot nach Israel verhngt.

Englund erklrte: „Unter Bezugnahme auf die jngste Debatte ber Gnter Grass Gedicht „Was gesagt werden muss“ erlaube ich mir festzustellen, dass Herr Grass den Nobelpreis fr Literatur des Jahres 1999 aufgrund literarischer Verdienste, und ausschlielich aufgrund literarischer Verdienste, erhalten hat – was, nebenbei gesagt, fr alle Preistrger gilt. Die Schwedische Akademie sieht heute wie zuknftig keinen Anlass fr eine Diskussion, ihm diesen Preis in irgendeiner Weise streitig zu machen.“

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Trotz Gedicht zu Israel – Günter Grass behält seinen Literaturnobelpreis

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Trotz Gedicht über Israel – Günter Grass behält seinen Literaturnobelpreis

In der Aufregung um das Gedicht von Gnter Grass hat Israel nicht nur ein Einreiseverbot ausgesprochen, sondern auch angeregt, Grass den Nobelpreis abzuerkennen. Das Komittee in Stockholm will davon aber nichts wissen.

Die Schwedische Akademie sieht keinen Anlass, Gnter Grass nach der Diskussion um sein Israel-kritisches Gedicht den Literaturnobelpreis abzuerkennen. Das erklrte der Sekretr der Akademie, Peter Englund, am Dienstag. Grass habe den Preis ausschlielich wegen seiner literarischen Verdienste erhalten, betonte Englund in einem Beitrag, den er in seinem Blog auf Deutsch, Englisch und Schwedisch verffentlichte.

In dem Gedicht „Was gesagt werden muss“ hatte Grass geschrieben, die Atommacht Israel bedrohe den Weltfrieden und knne das iranische Volk mit einem Erstschlag auslschen. Israels Innenminister Eli Jischai von der strengreligisen Schas-Partei hatte im israelischen Rundfunk daraufhin gesagt, man msse dem 84-jhrigen Grass eigentlich den Literaturnobelpreis aberkennen. Jischai hat gegen Grass ein Einreiseverbot nach Israel verhngt.

Englund erklrte: „Unter Bezugnahme auf die jngste Debatte ber Gnter Grass Gedicht „Was gesagt werden muss“ erlaube ich mir festzustellen, dass Herr Grass den Nobelpreis fr Literatur des Jahres 1999 aufgrund literarischer Verdienste, und ausschlielich aufgrund literarischer Verdienste, erhalten hat – was, nebenbei gesagt, fr alle Preistrger gilt. Die Schwedische Akademie sieht heute wie zuknftig keinen Anlass fr eine Diskussion, ihm diesen Preis in irgendeiner Weise streitig zu machen.“

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Trotz Gedicht über Israel – Günter Grass behält seinen Literaturnobelpreis

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Die Diskussion über das Gedicht im Wahlkampf – Thierse warnt die SPD vor Grass-Abkehr

In der Debatte um das Gedicht von Gnter Grass hat Bundestagsvizeprsident Wolfgang Thierse davor gewarnt, den Schriftsteller vom Wahlkampf fr die SPD auszuschlieen. Er drfe nicht voreilig zum Antisemiten erklrt werden.

„Ich halte nichts davon, dass die SPD nun gewissermaen wie der Staat Israel Gnter Grass

zur Persona non grata erklrt

“, sagte Wolfgang Thierse (SPD) am Dienstag im Deutschlandfunk. Zugleich warnte Thierse davor, Grass zum Antisemiten zu erklren.

SPD-Politiker hatten sich zuvor gegen Auftritte von Grass in den kommenden Wahlkmpfen ausgesprochen. Der Literatur-Nobelpreistrger hatte die Sozialdemokraten in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder untersttzt.

Grass als Wahlkmpfer fr die SPD

In dem

Gedicht „Was gesagt werden muss“

hatte Grass geschrieben, die Atommacht Israel bedrohe den Weltfrieden und knne das iranische Volk mit einem Erstschlag auslschen. Israels Innenminister Eli Jischai von der strengreligisen Schas-Partei verhngte daraufhin ein Einreiseverbot gegen den Autor.

„Man soll mit ihm in der Sache streiten, seine Urteile kritisieren, aber ihn nicht als Person diskreditieren“, sagte Thierse. Grass vorzeitigen Ausschluss aus dem SPD-Wahlkampf halte er „nicht fr sonderlich sinnvoll“. Zudem sei vllig offen, ob der Schriftsteller berhaupt erneut Wahlkampf fr die SPD machen wolle. „Er hat nie alle Positionen der SPD vertreten, sondern war ihr in kritischer Solidaritt verbunden.“

„Fatal, Grass zum Antisemiten zu machen“

Thierse fgte hinzu: „Wenn man Gnter Grass wegen dieser einseitigen kritischen Position zum Antisemiten macht, dann ist das fatal.“ Dadurch entstehe der Eindruck, „Deutsche hheren oder mittleren Alters knnten dem Antisemitismus niemals entrinnen“. Zudem werde das Vorurteil besttigt, „dass Kritik an Israel ganz schnell des Antisemitismus verdchtig ist“.

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Die Diskussion über das Gedicht im Wahlkampf – Thierse warnt die SPD vor Grass-Abkehr

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Folgen des Gedichts im Wahlkampf – Wolfgang Thierse warnt die SPD vor Grass-Abkehr

In der Debatte um das Gedicht von Gnter Grass hat Bundestagsvizeprsident Wolfgang Thierse davor gewarnt, den Schriftsteller vom Wahlkampf fr die SPD auszuschlieen. Er drfe nicht voreilig zum Antisemiten erklrt werden.

„Ich halte nichts davon, dass die SPD nun gewissermaen wie der Staat Israel Gnter Grass

zur Persona non grata erklrt

“, sagte Wolfgang Thierse (SPD) am Dienstag im Deutschlandfunk. Zugleich warnte Thierse davor, Grass zum Antisemiten zu erklren.

SPD-Politiker hatten sich zuvor gegen Auftritte von Grass in den kommenden Wahlkmpfen ausgesprochen. Der Literatur-Nobelpreistrger hatte die Sozialdemokraten in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder untersttzt.

Grass als Wahlkmpfer fr die SPD

In dem

Gedicht „Was gesagt werden muss“

hatte Grass geschrieben, die Atommacht Israel bedrohe den Weltfrieden und knne das iranische Volk mit einem Erstschlag auslschen. Israels Innenminister Eli Jischai von der strengreligisen Schas-Partei verhngte daraufhin ein Einreiseverbot gegen den Autor.

„Man soll mit ihm in der Sache streiten, seine Urteile kritisieren, aber ihn nicht als Person diskreditieren“, sagte Thierse. Grass vorzeitigen Ausschluss aus dem SPD-Wahlkampf halte er „nicht fr sonderlich sinnvoll“. Zudem sei vllig offen, ob der Schriftsteller berhaupt erneut Wahlkampf fr die SPD machen wolle. „Er hat nie alle Positionen der SPD vertreten, sondern war ihr in kritischer Solidaritt verbunden.“

„Fatal, Grass zum Antisemiten zu machen“

Thierse fgte hinzu: „Wenn man Gnter Grass wegen dieser einseitigen kritischen Position zum Antisemiten macht, dann ist das fatal.“ Dadurch entstehe der Eindruck, „Deutsche hheren oder mittleren Alters knnten dem Antisemitismus niemals entrinnen“. Zudem werde das Vorurteil besttigt, „dass Kritik an Israel ganz schnell des Antisemitismus verdchtig ist“.

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Folgen des Gedichts im Wahlkampf – Wolfgang Thierse warnt die SPD vor Grass-Abkehr

Schriftsteller in der Opferrolle: Wie Israel Grass mit dem Einreiseverbot hilft

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Wie Israel Grass mit dem Einreiseverbot hilft

Auch Kritiker von Gnter Grass halten nichts vom Einreiseverbot nach Israel: Es werte das antisemitische Pamphlet des Nobelpreistrgers unntig auf und lenke vom eigentlichen Konflikt ab.

Auch Kritiker von Gnter Grass halten nichts vom Einreiseverbot nach Israel: Es werte das antisemitische Pamphlet des Nobelpreistrgers unntig auf und lenke vom eigentlichen Konflikt ab.

Von „Bldsinn“ bis „berflssig“: Auch Kritiker von Gnter Grass halten die Reaktion Israels auf dessen Gedicht ber den israelisch-iranischen Konflikt fr verkehrt. Israels frherer Botschafter Shimon Stein sagte am Dienstag, das Einreiseverbot in Israel sei berflssig.

Der israelische Autor Uri Avnery nannte einen solchen Schritt „vlligen Bldsinn“. Verstndnis uerte der jdische Publizist Ralph Giordano.

Grass kritisiert in seinem Gedicht deutsche Waffenlieferungen an Israel und wirft dem jdischen Staat vor, einen Atomschlag gegen den Iran zu planen. Stein sagte, die israelische Regierung tue Grass mit ihrem Einreiseverbot den grten Gefallen. „Es lenkt vom eigentlichen, wirklich wichtigen Thema ab: dem Streben des Iran nach nuklearen Waffen“, sagte Stein dem Boulevardblatt „B.Z.“

Diskussion wertet Grass unntig auf

Die Regierung lenke die Diskussion in eine falsche Richtung und werte Grass unntig auf. Stein sagte, das Gedicht sei vor allen Dingen ein deutsches Thema, weil es dabei um die andauernde Bewltigung der eigenen Vergangenheit gehe.

Auch Avnery kritisierte das vom israelischen Innenminister Eli Jischai gegen Grass verhngte Einreiseverbot ins Heilige Land. „Grass zur Persona non grata zu erklren, ist vlliger Bldsinn – schon allein deswegen, weil Gnter Grass gar nicht den Plan hat, hierher zu kommen“, sagte Avnery der Hannoverschen „Neuen Presse“.

Im brigen sei das Gedicht nicht antisemitisch. „Es ist antisemitisch, darauf zu bestehen, dass Israel in Deutschland nicht kritisiert werden darf“, sagte Avnery. Israel wolle mit denselben Mastben wie andere Staaten gemessen werden.

Giordano hat Verstndnis fr Israels Regierung

„Jede Einstellung, die besagt, dass Israel eine Art Sonderbehandlung haben muss, ist antisemitisch“, sagte er. Es sei vllig unntiger politischer Krawall, dass Deutsche und Israelis jetzt darum wetteiferten, „wer kann Grass mehr beschimpfen, und wer findet extremere Ausdrcke fr ihn.“

Giordano sagte dagegen der „Frankfurter Rundschau“, er knne die israelische Regierung „absolut verstehen“. Zur Begrndung verwies er auf die existenzielle Not, in der sich Israel angesichts der von Iran ausgehenden Bedrohung befinde.

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Schriftsteller in der Opferrolle: Wie Israel Grass mit dem Einreiseverbot hilft