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Rheinische Post: Bundesagentur-Vorstand Alt: Eine halbe Million weniger Hartz-IV-Empfänger seit 2009

Rheinische Post: Bundesagentur-Vorstand Alt: Eine halbe Million weniger Hartz-IV-Empfnger seit 2009

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Dsseldorf (ots) – Das Vorstandsmitglied der Bundesagentur fr Arbeit (BA), Heinrich Alt, hat den Rckgang der Zahl der Hartz-IV-Empfnger seit 2009 positiv bewertet. “Im Vergleich zu 2009 sind eine halbe Million Menschen weniger auf die Grundsicherung angewiesen. Das zeigt doch, dass sich etwas Positives tut, dass es mehr Menschen gelingt, auf dem Arbeitsmarkt Fu zu fassen”, sagte Alt der in Dsseldorf erscheinenden “Rheinischen Post” (Donnerstagausgabe). “Auch wenn es nicht gleich zu einer existenzsichernden Beschftigung reicht, ist es eine Eintrittskarte”, sagte Alt. “Es ist immer besser, erst mal drin zu sein, als von drauen zuzusehen und auf seine Chance zu warten”, sagte Alt. Er reagierte damit auf einen Medienbericht, wonach die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschftigten, die ber 800 Euro brutto monatlich verdienten und zustzlich auf Hartz IV angewiesen seien, leicht zugenommen hat. Insgesamt ging die Zahl der Hartz-IV-Aufstocker seit 2009 jedoch zurck.

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Rheinische Post: Bundesagentur-Vorstand Alt: Eine halbe Million weniger Hartz-IV-Empfänger seit 2009

Stark vor Ort – Stark im Netzwerk: Bundesagentur legt Geschäftsbericht für 2012 vor

Stark vor Ort – Stark im Netzwerk: Bundesagentur legt Geschftsbericht fr 2012 vor

Nrnberg (ots) – Die Sicherung des Fachkrftebedarfs war auch 2012 eines der dominierenden Arbeitsmarktthemen. Entsprechend hat es auch bei der Bundesagentur fr Arbeit (BA) einen breiten Rahmen eingenommen. Dabei zeigt sich immer deutlicher, dass zur Lsung der Probleme Partner vor Ort ntig sind. Dies widerspiegelt auch der jetzt vorgelegte Geschftsbericht der BA, der unter dem Motto “Stark vor Ort – Stark im Netzwerk” steht.

Die Arbeit der BA wurde 2012 durch eine nachlassende wirtschaftliche Dynamik einerseits und Fachkrfteengpsse andererseits beeinflusst. Wie sie sich auf diese Herausforderungen eingestellt hat, ist in den einzelnen Kapiteln des Geschftsberichtes dargestellt. Ausfhrlich geht der Geschftsbericht dabei unter anderem auf die unterschiedlichen Aspekte der Qualifizierung als einen Beitrag zur Fachkrftesicherung ein.

Darber hinaus widmet sich der Geschftsbericht auch den wichtigsten Aspekten der Weiterentwicklung der Organisation. Dabei werden zum Beispiel Fragen errtert wie:

   - Ziele und Zielerreichung der BA
   - Zukunftsorientierte Personalpolitik
   - Haushalt der BA und
   - Entwicklungsperspektive der BA bis 2020 

Im Internet unter www.arbeitsagentur.de / Verffentlichungen / Geschftsberichte finden Sie die PDF-Datei. Die Druckversion knnen Sie unter www.ba-bestellservice.de bestellen.

Informationen zum Hrfunkservice der Bundesagentur fr Arbeit finden Sie im Internet unter www.ba-audio.de.

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Stark vor Ort – Stark im Netzwerk: Bundesagentur legt Geschäftsbericht für 2012 vor

Rheinische Post: Arbeitgeberpräsident Hundt hält Altersarmut für überschätzt / "Deutschland braucht keine Rentenreform"

Rheinische Post: Arbeitgeberprsident Hundt hlt Altersarmut fr berschtzt
“Deutschland braucht keine Rentenreform”

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Dsseldorf (ots) – Arbeitgeberprsident Dieter Hundt hlt eine Rentenreform zur Vorbeugung gegen Altersarmut fr unntig. “Das Thema Altersarmut wird berschtzt”, sagte Hundt der in Dsseldorf erscheinenden “Rheinischen Post” (Donnerstagausgabe). Aktuell seien 2,5 Prozent der Brger im Rentenalter auf Grundsicherung angewiesen. Auch wenn das Rentenniveau wie geplant sinke, werde dieser Anteil nach Berechnungen dadurch nur auf drei bis vier Prozent steigen. “Damit wird Altersarmut nicht zum Massenphnomen, sondern weiter die Ausnahme bleiben”, sagte Hundt. In Bezug auf die verschiedenen Reformmodell von Union, SPD und Grnen betonte Hundt: “Wir brauchen weder eine Lebensleistungs- noch ein Solidar- oder eine Garantierente. Deutschland braucht keines dieser drei Modelle.” Bei der von der Union geplanten Erhhung der Mtterrente geht Hundt davon aus, dass dafr die Beitrge fr Arbeitnehmer und Arbeitgeber steigen. Die Plne ber zustzliche Rentenleistungen fr ltere Mtter htte zur Folge, “dass der Beitragssatz zur Rentenversicherung bereits 2017 um 0,4 Prozentpunkte steigen muss”, sagte Hundt.

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Rheinische Post: Arbeitgeberpräsident Hundt hält Altersarmut für überschätzt / "Deutschland braucht keine Rentenreform"

Sanktionen in der Grundsicherung: Vorsicht bei der Interpretation der Zahlen

Sanktionen in der Grundsicherung:
Vorsicht bei der Interpretation der Zahlen

Nrnberg (ots) – Die Bundesagentur fr Arbeit (BA) verffentlicht heute die aktuelle Statistik zu Sanktionen in der Grundsicherung fr das Jahr 2012. BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt warnt jedoch vor einer vorschnellen Interpretation der Zahlen: “Die absolute Zahl mag hoch erscheinen, gemessen an der Gesamtzahl der Leistungsberechtigten haben die Jobcenter nur wenige Menschen sanktioniert.”

Im Dezember 2012 mussten die Jobcenter 86.100 und im gesamten Jahr 2012 1.024.600 Sanktionen gegenber erwerbsfhigen Leistungsberechtigten neu aussprechen. Das sind 98.900 (11 Prozent) mehr als 2011. Der Anstieg erklrt sich allein durch mehr Sanktionen aufgrund von Meldeversumnissen. Sie haben im Vergleich zum Vorjahr um 107.500 auf 705.000 zugenommen. Das entspricht einem Anteil an allen Sanktionen von rund 70 Prozent. 13 Prozent der Sanktionen wurden wegen Ablehnung einer Beschftigung, Ausbildung oder Bildungsmanahme ausgesprochen.

Im Dezember 2012 waren 148.500 und im Jahresdurchschnitt 2012 insgesamt 150.300 erwerbsfhige Leistungsberechtigte mit mindestens einer Sanktion belegt, das waren 3,4 Prozent aller erwerbsfhigen Leistungsberechtigten.

Zurckzufhren ist der Anstieg der Sanktionen auf die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt und eine intensivere Betreuung in den Jobcentern. “Wenn wir den Menschen mehr Angebote machen knnen, nehmen auch die Meldeversumnisse zu”, erklrt Heinrich Alt.

Die BA setzt mit Sanktionen auch das Prinzip “Frdern und Fordern” um. Heinrich Alt: “Hartz IV Empfnger wnschen sich eine mglichst dauerhafte und ordentlich bezahlte Beschftigung. Die geringe Sanktionsquote zeigt, dass die Spielregeln von der deutlichen Mehrheit der Kunden akzeptiert werden und die Jobcenter verantwortungsbewusst mit dem Instrumentarium umgehen. Sanktionen sind immer das letzte Mittel. Wir wollen keine Drohkulisse aufbauen, sondern ber Vertrauen und Argumentation unsere Kunden erreichen.” Alt weiter: “Vergessen wir nicht, dass die Grundsicherung von Steuerzahlern finanziert wird, also auch von der Kassiererin, dem Dachdecker oder der Altenpflegerin. Der Gesetzgeber muss Leitplanken definieren um das Sozialsystem so zu gestalten, dass es von der Allgemeinheit als gerecht empfunden wird.”

Die aktuelle Statistik zur Zahl der Sanktionen in der Grundsicherung finden Sie unter http://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Themen/Grundsicherung-fuer-Arbeitsuchende-SGBII/Sanktionen/Sanktionen-Nav.html

Die fnf grten Irrtmer ber Hartz IV-Empfnger und was die wahren Fakten sind: http://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/Pressemeldungen/2012/Presse-12-042-Irrtuemer.pdf

Informationen zum Hrfunkservice der Bundesagentur fr Arbeit finden Sie im Internet unter www.ba-audio.de. Folgen Sie der Bundesagentur fr Arbeit auf Twitter: www.twitter.com/bundesagentur

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Umstrittene Rechtsprechung – Die zehn unglaublichsten Hartz-IV-Urteile

„Florida-Rolf“ und „Mallorca-Karin“ haben es zu fragwrdiger Berhmtheit gebracht. Aber auch weniger spektakulre Hartz-IV-Flle geben Anlass zu Diskussionen – sei es, weil die Empfnger grozgig bedacht oder brsk abgewiesen wurden. FOCUS Online nennt die kuriosesten Urteile.

Es sind wenige, dafr aber besonders unverschmte Extremflle, die Hartz-IV-Kritikern am Stammtisch als erste Argumentationshilfe dienen: „Florida-Rolf“ etwa, der sich in den USA die Sonne auf den Bauch scheinen lie, derweil er – damals noch – Sozialhilfe vom deutschen Sozialstaat bezog. Oder „Mallorca-Karin“, die Hartz IV berwiesen bekam und whrenddessen auf der spanischen Partyinsel heimlich ihre zwei Eigentumswohnungen an Touristen vermietete.

Immerhin: Beide kamen nicht ungestraft davon, und teils sorgten sie sogar fr Gesetzesnderungen: Seit dem Theater um „Florida-Rolf“, der mittlerweile in Deutschland leben und Rente beziehen soll, knnen deutsche Brger im Ausland nur noch unter Auflagen Sozialhilfe erhalten. „Mallorca-Karin“ wiederum wurde wegen Betrugs zu einer 2400 Euro Geldstrafe verurteilt – und sollte, so der letzte Stand, auch die zu Unrecht kassierten 10 ;000 Euro abstottern.

Nicht alle Flle, die die Sozialgerichte in Sachen Hartz-IV auf den Tisch bekommen, sind so spektakulr. Es gibt Urteile, die arbeitslose Hilfsempfnger frhzeitig barsch in die Schranken weisen. Mitunter gestehen Richter Hartz-IV-Empfngern aber selbst fr exotische Ausgaben die sogenannte Grundsicherung zu. Eines garantieren diese Urteile in jedem Fall: lebhafte Diskussionen und erhitzte Gemter.

FOCUS Online dokumentiert die bemerkenswertesten Entscheidungen der letzten Jahre. Wir sind gespannt auf Ihre Meinung.

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Umstrittene Rechtsprechung – Die zehn unglaublichsten Hartz-IV-Urteile

Schwäbische Zeitung: Volker Kauder: "Erfolg hat seinen Ursprung nicht im Fahrradladen"

Leutkirch (ots) – Die Schwbische Zeitung (Leutkirch) berichtet in ihrer morgigen Ausgabe (Freitag, 23.3.2012):

(Abdruck frei ohne Sperrfrist bei Nennung der Quelle)

Berlin – Arbeitsvertrge fr junge Menschen sollten nur zum Einstieg in den Job befristet sein, meint Unionsfraktionschef Volker Kauder. “Nach einem Jahr muss man wissen, ob man zueinander passt”, sagte Kauder im Interview mit der Schwbischen Zeitung. Zu den anstehenden drei Landtagswahlen sagte Kauder, die CDU knne als strkste Kraft aus allen drei Wahlen hervorgehen. Kauder wnscht sich ein Jahr nach der verlorenen Wahl, dass Baden-Wrttemberg erfolgreich bleibt. “Es haben wohl alle zur Kenntnis genommen, dass zumindest der grne Teil der neuen Landesregierung den Bau von eher weniger als mehr Autos will”, sagte Kauder. Dabei wssten doch die Arbeitnehmer, dass wirtschaftlicher Erfolg seinen Ursprung nicht in Fahrradlden habe. Trotzdem ist der CDU-Politiker zuversichtlich. “Ich sage manchmal ironisch, dieses Land ist so stark, dass es auch fnf Jahre Grn-Rot berleben wird. ”

Das Interview im Wortlaut:

“Die Wirtschaft muss jungen Familien Sicherheit geben”

Volker Kauder zu befristeten Arbeitsverhltnissen, zum Solidarpakt und zu Wahlen

Berlin – Arbeitsvertrge fr junge Menschen sollten nur zum Einstieg in den Job befristet sein, meint Unionsfraktionschef Volker Kauder. “Nach einem Jahr muss man wissen, ob man zueinander passt”, sagt Kauder im Interview mit unseren Redakteurinnen Claudia Kling und Sabine Lennartz. Zu den anstehenden drei Landtagswahlen sagte Kauder, die CDU knne als strkste Kraft aus allen drei Wahlen hervorgehen.

SZ: Herr Kauder, diese Woche kocht eine neue Diskussion hoch. Brgermeister von Nordrhein-Westfalen wollen den Solidarpakt krzen. Zu Recht?

Kauder: Das ist eine gespenstische Debatte. Der Solidarpakt luft bis 2019. Dabei muss es bleiben. Verlsslichkeit ist entscheidend in der Politik. Es stimmt auch nicht, dass Kommunen im Westen fr Kommunen im Osten zahlen. Fr die Finanzierung der Kommunen sind vielmehr die Lnder zustndig. Aber NRW stellt die Kommunen schlechter als Baden-Wrttemberg. Auch die SPD-Forderung, der Bund solle die Kommunen bei den Sozialausgaben entlasten, ist schon erfllt. Der Bund hat gerade erst beschlossen, die Grundsicherung fr ltere zu bernehmen – das sind ber 12 Milliarden Euro bis 2015.

SZ: Grundsicherung fr ltere wird ein immer greres Problem. Wird es nicht durch Zeit- und Leiharbeit verschrft?

Kauder: Die Grundsicherung fhrt vor allem in den neuen Lndern zu steigenden Belastungen, weil dort lange die Situation auf dem Arbeitsmarkt schlecht war. Das hat sich gendert, die Jugendarbeitslosigkeit ist halbiert.

SZ: Aber viele junge Leute haben keine festen Arbeitsvertrge.

Kauder: Befristete Arbeitsverhltnisse halte ich zum Einstieg fr akzeptabel, weil wir ein strenges Kndigungsrecht haben. Aber nach einem Jahr muss man wissen, ob man zueinander passt. Die Wirtschaft trgt eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Wie sollen junge Menschen eine Familie grnden, wenn sie keine feste Arbeitsstelle haben? Sie brauchen Sicherheit. Sie drfen auch nicht schlechter gestellt werden als Fachkrfte aus dem Ausland. Die kommen nur, wenn ihr Vertrag von Anfang an unbefristet ist. Wir knnen aber nicht diese auslndischen Fachkrfte unbefristet einstellen und die aus dem eigenen Land befristet. Das darf nicht passieren.

SZ: Drei Landtagswahlen in diesem Frhjahr, die nicht geplant waren. Schwcht das die Regierung?

Kauder: Aus allen drei Wahlen kann die CDU als strkste Partei hervorgehen. Das wre natrlich insgesamt gut fr die CDU und die Regierung. Am Ende glaube ich, dass die Ergebnisse der Landtagswahlen keinen Einfluss auf die Koalition in Berlin haben.

SZ: Hat die CDU in NRW nicht schon dadurch Prozente verloren, dass Herr Rttgen bei einem Misserfolg nicht nach Dsseldorf will?

Kauder: Ich war fast 15 Jahre lang Generalsekretr der baden-wrttembergischen CDU und da habe ich mir immer Stellungnahmen von auen verbeten.

SZ: Wird Ihre Regierung auch dann nicht geschwcht, wenn fr Ihren Koalitionspartner FDP alle Wahlen schiefgehen?

Kauder: Dann ist die FDP-Fraktion in Berlin immer noch gleich stark. Ich denke, die FDP wei auch, dass sie nur eine Chance auf den Wiedereinzug in den Bundestag hat, wenn sie mit uns erfolgreich regiert.

SZ: Vor einem Jahr hat Baden-Wrttemberg Grn-Rot gewhlt, und viele Brger haben das noch gar nicht gro gemerkt. Macht Ihnen das Sorge oder freut Sie das?

Kauder: Meine Heimat ist Baden-Wrttemberg. Ich wnsche mir, dass das Land erfolgreich bleibt. Dass sich etwas verndert hat, haben die Leute schon gemerkt. Es haben wohl alle zur Kenntnis genommen, dass zumindest der grne Teil der neuen Landesregierung den Bau von eher weniger als mehr Autos will. Dabei wissen doch die Arbeitnehmer, dass der wirtschaftliche Erfolg und die gute Arbeitsmarktlage in den Produktionshallen und der mittelstndischen Wirtschaft ihren Ursprung haben und nicht in den Fahrradlden.

SZ: Bisher hlt der wirtschaftliche Erfolg an.

Kauder: Ich sage manchmal ironisch, dieses Land ist so stark, dass es auch fnf Jahre Grn-Rot berleben wird.

SZ: DGB und SPD demonstrieren heute fr bessere Bezahlung von Frauen. Welche Folterwerkzeuge wollen Sie anwenden, um mehr Gleichbehandlung zu erreichen?

Kauder: Die ungleiche Entlohnung von Frauen und Mnnern muss aufhren. Ich bin im Gesprch mit Gewerkschaften und Arbeitgebern, um die Ursachen herauszufinden. Wir haben beispielsweise im ffentlichen Dienst volle Lohngleichheit, trotzdem gibt es Unterschiede, weil bestimmte Positionen eher von Mnnern ausgebt werden. Auch im Handel gibt es untere Lohngruppen, in denen mehr Frauen beschftigt sind. Wir mssen uns fragen: Ist das gerechtfertigt? Hier sind aber auch die Gewerkschaften gefordert. Sie handeln die Tarifvertrge aus. Sie mssen sich an diesem Freitag auch fragen lassen, ob sie schon alles Notwendige fr die gleiche Entlohnung von Frauen und Mnner getan haben. Und noch eins: Gleicher Lohn fr gleiche Arbeit interessiert die allermeisten Frauen mehr als jede Quote.

SZ: Wenn aber der Fisch vom Kopf her stinkt, wrde dann nicht auch eine Quote fr Spitzenpersonal helfen?

Kauder: Ich erwarte, dass Frauen gefrdert werden und dass sie in einiger Zeit den gleichen Anteil in Fhrungspositionen haben. Sonst muss die Wirtschaft mit gesetzlichen Regelungen rechnen, obwohl ich grundstzlich nicht dafr bin, mit Gesetzen in Eigentum einzugreifen.

SZ: Herr Kauder, nchste Woche kommen ESM und Fiskalpakt in den Bundestag. Ist die schlimmste Krise eigentlich schon berstanden?

Kauder: Wir sind einen beachtlichen Schritt weiter, aber noch nicht ber den Berg. Der Fiskalpakt wird dazu fhren, die Verschuldung langfristig in Europa zurckzufahren. Viele Befrchtungen sind nicht eingetreten. Der Euro ist nach wie vor eine stabile Whrung, da hat sich die Arbeit von Angela Merkel in Europa ausgezahlt.

SZ: Reicht das bisherige Volumen des ESM?

Kauder: Wir werden voraussichtlich eine Zeitlang beide Schutzschirme, den Europischen Stabilittsmechanismus (ESM) und den europischen Finanzstabilisierungsfonds (EFSF) nebeneinander laufen lassen. Das ist ausreichend.

SZ: Fr den Fiskalpakt brauchen Sie eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Die SPD will nur zustimmen, wenn die Finanztransaktionssteuer kommt. Kommt die?

Kauder: Wir werden sicher eine Regelung bekommen mssen, die die Finanzmrkte beteiligt. Die Finanztransaktionssteuer wird in ihrer reinen Form auch in der Euro-Zone nicht durchsetzbar sein. Aber es gibt einen Alternativvorschlag von der Europischen Kommission, auf den man sich einigen knnte. Dem wird sich die SPD nicht entziehen knnen.

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Neue OZ: Kommentar zu Renten

Neue OZ: Kommentar zu Renten

Osnabrck (ots) – Kein Grund zum Jubeln

Die Rentenerhhung ist sprbar, aber kein Grund zum Jubeln: 2,18 Prozent im Westen sind weniger als nach dem Aufschwung des vergangenen Jahres erwartet worden war. Zudem liegt der Wert unter der aktuellen Inflationsrate von 2,3 Prozent. Mit anderen Worten: Den Rentnern drohen weitere Kaufkraftverluste.

Dies ist vor allem deshalb bitter, weil viele Ruhestndler nicht auf Rosen gebettet sind. Hunderttausende leben von Grundsicherung, also auf Hartz-IV-Niveau, oder nur wenig besser. Das heit: Jeder Euro ist verplant; Preissteigerungen machen sich in solchen Kreisen besonders schmerzlich bemerkbar.

Massive Vernderungen in der Arbeitswelt verschrfen die Probleme in der Altersvorsorge. Langzeitarbeitslose, Bezieher von Niedriglhnen, kaum abgesicherte Solo-Selbststndige – sie alle sind von Altersarmut bedroht. Aber auch wer bessergestellt ist, sollte nicht allzu sorglos in die Zukunft schauen. Denn das Rentenniveau sinkt. Im Jahr 2025 werden die Renten, gemessen am Durchschnittsverdienst, etwa ein Viertel niedriger sein als heute, so eine Prognose.

Fr die Bundesregierung ergeben sich aus all dem viele neue Arbeitsauftrge – sowohl mit Blick auf die Vermeidung von Altersarmut als auch bei der Frderung privater und betrieblicher Altersvorsorge. Nach etlichen Vorgngern kann sich auch Ursula von der Leyen noch als Rentenreformerin hervortun.

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