Neue Westflische (Bielefeld): Kommentar: Attentat in Toulouse
Augenblick der Besinnung
PETER HEUSCH, PARIS
Bielefeld (ots) – Wie viele Kugeln es insgesamt waren, die ein unbekannter Tter auf Kinder, Eltern und Lehrer einer Schule in Toulouse abfeuerte, steht noch nicht fest. Aber sicher ist, dass die Schsse ein ganzes Land trafen. Frankreich steht unter Schock. Nicht nur, aber auch, weil das jngste Opfer gerade einmal drei Jahre alt war. Nicht nur, aber auch, weil es sich um eine jdische Schule handelte. Die Fassungslosigkeit ber dieses Drama ist so gro, weil es sich mit Sicherheit nicht um einen Amoklauf gehandelt hat. Das Blutbad war geplant, und der Mrder schlug bereits zum dritten Mal zu. Welche Fratze aber verbirgt sich unter dem Integralhelm des Serienkillers? Die des Antisemitismus? Die des Rassismus? Die eines Geistesgestrten? Die eines Terroristen? Ohne eine Antwort auf diese Frage werden die Franzosen so bald keine Ruhe mehr finden. Denn ohne eine Antwort wchst die Angst, dass das Schlimmste denkbar bleibt und ber das hinausgeht, was sich soeben in Toulouse ereignet hat. Fr Schuldzuweisungen ist es zu frh. Dennoch ist es gut, dass das Aussetzen des Wahlkampfs, in dem viele eliten-, fremden- und islamfeindliche Tne laut wurden, einen Augenblick der Besinnung ermglicht. Schlielich sind solche Tne durchaus geeignet, ein Klima des Hasses zu frdern. Und nur grenzenloser Hass, welcher Art auch immer, kann den Tter von Toulouse beseelen.
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