
Die politische Geschftsfhrerin Marina Weisband hlt ihre Partei fr nicht regierungsfhig. Kein Fraktionszwang, stattdessen ffentliche Koalitionsverhandlungen – das bringe jede andere Partei „zum Kotzen“.
„Ich sehe uns nicht in der Regierung, weil wir ein furchtbar nerviger Koalitionspartner wren. Wir wollen keinen Fraktionszwang, dafr ffentliche Koalitionsverhandlungen. Das bringt jede Partei zum Kotzen. Wir mssen erst mal Erfahrungen in einem Parlament sammeln, bevor wir ber Regierungsverantwortung nachdenken knnen“, sagte Marina Weisband, politische Geschftsfhrerin der Piratenpartei, der „Bild“ (Dienstagausgabe).
So offenherzig hat man nur selten eine Politikerin die politischen Fhigkeiten der eigenen Partei einschtzen hren. Allerdings erscheint es fraglich, ob der potentielle Whler auf Politiker setzen will, die sich ihrer Aufgabe selbst nicht gewachsen sehen. Oder ist das nur der Respekt vor der mglichen politischen Verantwortung?
Aufgabe unterschtzt
Obwohl die 24-Jhrige, die Ende April beim Bundesparteitag der Piraten nicht mehr fr einen Vorstandsposten kandidieren wird, Politikern vorwirft, keine Vorstellung mehr zu haben, „wie normale Menschen leben oder wie sich Hartz-IV-Empfnger fhlen“, hat sie auch Respekt vor ihnen. Sie bewundere Politiker fr ihr „starkes Nervenkorsett“, sagte Weisband dem Blatt. Dennoch msse Politik sich so verndern, „dass man kein starkes Nervenkorsett mehr braucht“. Sie selbst arbeite derzeit „bis zu 80 Stunden“ pro Woche und gibt zu, „mit dieser Belastung nicht gerechnet“ zu haben.
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Überraschende Selbsteinschätzung – Piraten halten sich für nicht regierungsfähig