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Argentiniens Ex-Diktator Videla packt aus – Todelisten, Verschwundene und zerstückelte Leichen

Argentiniens Ex-Diktator Jorge Rafael Videla gibt in einem neu erschienen Buch die Ermordung von 8000 Oppositionellen whrend seiner Regierungszeit zu. Auerdem plaudert er ber Todeslisten, Verschwundene und zerstckelte Leichen.

Der zu

lebenslanger Gefngnisstrafe verurteilte argentinische Ex-Diktator

Jorge Rafael Videla hat erstmals ausfhrlich ber die Ermordung von Oppositionellen gesprochen. Whrend der von ihm gefhrten Diktatur von 1976 bis 1983 seien von den Streitkrften bis zu 8000 Menschen gettet worden, gab der ehemalige General in einem Buch zu, das an diesem Samstag erschienen ist. Die Militrs gingen nach einem systematischen Plan vor, Leichen seien versteckt oder zerstrt worden, um Proteste im In- und Ausland zu vermeiden.

„Wir mussten eine groe Anzahl Menschen beseitigen“, sagte Videla dem Journalisten Ceferino Reato whrend der in seiner Zelle gefhrten Gesprche nach Angaben des Verlags. Die ersten Listen der Personen, die festgenommen werden sollten, seien bereits drei Monate vor dem Staatsstreich von den Militrs zusammengestellt worden. Auch Unternehmer, Gewerkschafter, Politiker und Professoren htten hierzu beigetragen. „Wie oft haben sie mir gesagt: „Ihr httet tausend, zehntausend mehr tten sollen!““

Arbeitsgruppe zur „Disposicin final“

ber das Schicksal jedes gefassten Oppositionellen entschied nach den Worten Videlas eine Arbeitsgruppe unter dem Kommando eines Generals: Freilassung, ffentlich anerkannte Haft oder „disposicin final“, womit die Ttung und das Verschwinden der Leiche gemeint waren. „Disposicin final“ heit auch das Buch Reatos. „Es geht um einen militrischen Begriff fr das Ausmustern nutzloser Dinge, zum Beispiel abgenutzte Kleidung“, erluterte der 86-jhrige Videla. Der Begriff „Endlsung“ sei dagegen von der Militrfhrung nie gebraucht worden. Es gebe keine vollstndigen Listen der Verschwundenen, fgte er hinzu.

„Der Staatsstreich sei durchgefhrt worden, um eine anarchische Gesellschaft zu disziplinieren, um aus dem demagogischen Populismus zu kommen und eine liberale Marktwirtschaft zu etablieren“, erklrte der ehemalige General die Ziele der Diktatur.

„Gott hat mich nie verlassen“

Der Autor Reato beschrieb der Zeitung „Clarn“, wie sich der Ex-Diktator in den neun gefhrten Gesprchen verhielt: „Videla spricht von dem, was er getan hat, als ob andere Personen es getan htten, mit einer Distanz, einer Klte und einer Przision, als ob er ein analytischer Beobachter wre.“

Videla, ein strenger Katholik, zeigte sich zufrieden mit seinem Schicksal. „Gott wei, was er tut, weshalb er es tut und wozu er es tut. Ich akzeptiere den Willen Gottes. Ich glaube, Gott hat mich nie verlassen“, erklrte der Mann der den Staatsstreich von 1976 plante und die folgende Diktatur fnf Jahre lang fhrte.

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Badische Neueste Nachrichten: Ein Meilenstein

Badische Neueste Nachrichten: Ein Meilenstein

Karlsruhe (ots) – Der Prozess gegen die trkischen Putschgenerle von 1980 ist ein Meilenstein. Das Verfahren markiert das Ende einer langen ra, in der die Militrs in Ankara das eigentliche Sagen hatten und die gewhlten Politiker in stndiger Furcht vor dem nchsten Staatsstreich zitterten, statt das Land zu regieren. Dass dieses alte System in relativ kurzer Zeit und ohne Blutvergieen zerschlagen werden konnte, ist eine groe Leistung der Trken und auch der EU. Doch es fehlt etwas. Fuballfans erinnern sich noch an den legendren Bayern-Vorstopper Georg Schwarzenbeck – ein effizienter Zerstrer, dessen Spezialitt es war, gegnerische Angriffe zu ersticken. Ein kreativer Spielgestalter war Schwarzenbeck dabei nicht; das berlie er seinem Freund Franz Beckenbauer. So hnlich ist es heute in der Trkei: Die Erdogan-Regierung verdient viel Anerkennung fr das Abschneiden alter Zpfe. Doch bei der Gestaltung des Neuen zeigt sie Schwchen. Der heute 94-jhrige Putschist Kenen Evren rechnete nie ernsthaft damit, dass ihm eines Tages der Prozess gemacht werden knnte. Nicht ohne Grund. Die “Paschas”, wie die hohen Generle in der Trkei genannt werden, waren lange unantastbar; viele Politiker und auch ein Groteil der Medien umschwirrten sie wie devote Hofschranzen. Einem trkischen Generalstabschef war es meistens schnuppe, welcher Politiker gerade die Regierungsgeschfte fhrte. Und wenn die Armee die Regierung nicht mochte, schritt sie ein. Ermutigt durch die EU, wrackte Erdogan die alte Ordnung ab. Doch beim Bau eines neuen, demokratischeren Systems tut er sich schwer. Die von den Militrs 1982 diktierte Verfassung ist immer noch in Kraft, die Arbeit der Zivilisten an einem neuen Grundgesetz kommt kaum voran. Erdogan selbst zeigt immer strker autoritre Zge, begnstigt durch eine schwache Opposition. Aber die Herausforderungen der Zukunft sind mit der Auflsung alter Strukturen allein nicht zu meistern.

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Ruck/Schockenhoff: Mali zurück zur Demokratie führen

Ruck/Schockenhoff: Mali zurck zur Demokratie fhren

Berlin (ots) – Im westafrikanischen Mali findet ein Staatsstreich statt. Nach eigenen Angaben haben sich meuternde Soldaten an die Macht geputscht und Prsident Amadou Toumani Toure gestrzt. Hierzu erklren die stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Andreas Schockenhoff und Christian Ruck:

“Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion verurteilt den gewaltsamen Umsturz durch das Militr in Mali. Dieser Putsch darf keinen Bestand haben. Die neuen Machthaber sollten unverzglich den Weg zurck zur Demokratie und zur verfassungsmigen Ordnung finden.

Wir fordern die Afrikanische Union auf, sich ihrerseits fr die Einhaltung demokratischer Prinzipien in Mali stark zu machen. Die internationalen Geber sollten ihre Untersttzung aussetzen, um ein klares Zeichen zu setzen. Nachdem sich viele Staaten Nordafrikas und des Nahen Osten gerade demokratisieren, darf sich in der Nachbarschaft nicht eine rckwrtsgewandte Politik durchsetzen.”

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