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WAZ: Der Streik und die Kinder. Kommentar von Birgitta Stauber-Klein

WAZ: Der Streik und die Kinder. Kommentar von Birgitta Stauber-Klein

Essen (ots) – berstunden abbauen, mal wieder die Groeltern-Enkel-Beziehung aktivieren, bei den Nachbarn anheuern: Wenn die Kitas fr wenige Warnstreik-Tage geschlossen bleiben, finden die meisten Eltern eine Mglichkeit, den Tag zu berbrcken. Nun aber droht eine lange, harte Tarifauseinandersetzung, die eine Menge Unannehmlichkeiten fr die Brger mit sich bringen kann. Improvisation ist gefragt und wohl auch Geduld, wenn Mlltonnen stehen bleiben oder Busse im Betriebshof. Richtig schwierig wird es aber fr berufsttige Eltern, die auf die Kitas angewiesen sind. Wie weit geht die Solidaritt mit den Erzieherinnen? Sollen Eltern den Jahresurlaub opfern? Wann ist die Geduld des Arbeitgebers erschpft? Und: Was ist mit der Kinderseele, die feste Bezugspersonen braucht? Der ffentliche Dienst ist ein Riesen-Apparat, der mit einem Streik einen ungeheuren Druck auf die Arbeitgeber ausben kann. Diesen Druck kann auch eine flchendeckende Notbetreuung nicht zerstren. Wenn Verdi darauf verzichtet, dann wohl zu dem Preis, dass die Solidaritt mit den Beschftigten abnimmt. Was auch keine gute Voraussetzung fr ein schnelles Ende der Tarifauseinandersetzung ist.

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Der Tagesspiegel: Am Mittwoch ganztägige Warnstreiks in Berliner Kliniken

Der Tagesspiegel: Am Mittwoch ganztgige Warnstreiks in Berliner Kliniken

Berlin (ots) – Berlin – Im Tarifkampf im ffentlichen Dienst sind in Berlin fr kommende Woche erste ganztgige Arbeitsniederlegungen geplant. Nach Informationen des Berliner “Tagesspiegel” (Samstagsausgabe) soll die landeseigene Klinikkette Vivantes bestreikt werden. Planungen der Gewerkschaften sehen vor, dass die Schwestern und Pfleger in den OP’s der Vivantes-Huser Neuklln, Spandau und Friedrichshain zur Frhschicht in den Warnstreik treten.

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Der Tagesspiegel: Am Mittwoch ganztägige Warnstreiks in Berliner Kliniken

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum angekündigten Warnstreik im Öffentlichen Dienst

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum angekndigten Warnstreik im ffentlichen Dienst

Bielefeld (ots) – Streiks sind ein legitimes Mittel, um Arbeitgeber, die von ihren Gewinnen nichts an die Beschftigten abgeben wollen, zu Gehaltserhhungen zu zwingen. Streiks verlieren aber ihre Legitimitt, wenn sie stattdessen dazu dienen, in die Schlagzeilen zu kommen und die Mitglieder darber zu informieren, dass jetzt Tarifverhandlungen stattfinden. Die Welle sogenannter Warnstreiks, die Verdi angestoen hat und die jetzt Ostwestfalen-Lippe erreicht, kommt viel zu frh. Man wirft keinen Felsen in einen still ruhenden See, wenn ein kleiner Stein den gleichen Effekt haben kann. Der Schaden fr die Brger, die im Fall des ffentlichen Dienstes Arbeitgeber sind, auch wenn sie nicht am Verhandlungstisch sitzen, ist einfach zu gro. Zugegeben: Die Lhne und Gehlter fr die Krankenschwester, den Straenfeger, den Polizisten und die Sachbearbeiterin in einer kleinen Stadtverwaltung sind nicht so hoch, dass alle anderen vor Neid erblassen mssten. Deshalb kann die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sicher sein, dass ihre Forderung nach einem Mindestbetrag auf groe Zustimmung stt. Ob es allerdings gleich 200 Euro sein mssen, die im Einzelfall eine Lohnerhhung von mehr als 13 Prozent bedeuteten, ist eine andere Frage. Ganz aus der Realitt aber fallen die 6,5 Prozent, die Verdi fr alle Beschftigten fordert. Zwar bewegt sich der ffentliche Dienst mit dieser Forderung nur im Gleichklang mit der Metallindustrie und anderen Branchen. Verdi vergisst jedoch, dass der Staat auf einer ganz anderen Grundlage verhandelt. Viele Stdte und Gemeinden sitzen auf einem Schuldenstand, der dem des Staates Griechenland vergleichbar ist. Jedes Baby kommt 2012 in Deutschland mit mehr als 20 000 Euro Schulden auf die Welt, die der Staat ihm eingebrockt hat. Eigentlich mssten Bund und Kommunen nicht ber Lohnerhhungen, sondern ber einen Sanierungstarif verhandeln. Vor diesem Hintergrund sind 6,5 Prozent selbst dann berzogen, wenn man in Rechnung stellt, dass die Forderung der Gewerkschaft natrlich hher sein muss als das, was erst noch verhandelt wird. Vor diesem Hintergrund ist allerdings auch das Verhalten der Verhandlungsdelegation der Arbeitgeber unverstndlich. Sie msste eigentlich darauf aus sein, schnell zur Sache zu kommen. Stattdessen kam sie mit weniger als einem Nullangebot zum ersten Verhandlungstermin. Die leeren Hnde, die ihre Verhandlungsfhrer vorzeigten, waren auch eine Art Warnstreik und in jedem Fall ein Affront. Beide, der Steuerzahler und der Beschftigte im ffentlichen Dienst, drfen von ihren Vertretern erwarten, dass sie ernsthaft verhandeln. Das Korsett, in dem sie ein Ergebnis finden mssen, ist zu eng fr spektakulre Aktionen auf der Strae. Zugegeben, man kann es weiten. Doch dafr msste der Staat die Struktur der Kommunalfinanzen verndern und an anderen Stellen sparen. Vorschlge sind willkommen.

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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum angekündigten Warnstreik im Öffentlichen Dienst

Westfalenpost: Kommentar zu Warnstreik/verdi/Arbeit/Kontra: Auf dem Rücken der kleinen Leute/Von Torsten Berninghaus

Westfalenpost: Kommentar zu Warnstreik/verdi/Arbeit/Kontra: Auf dem Rcken der kleinen Leute/Von Torsten Berninghaus

Hagen (ots) – Aus Sicht der Arbeitnehmer mag die Forderung der Gewerkschaft nach 6,5 Prozent mehr Lohn berechtigt sein. Aus Sicht der Alleinerziehenden, die vor bestreikten Kindergrten stehen, oder aus Sicht der Patienten, deren Termine verschoben werden, sind die angekndigten Warnstreiks des ffentlichen Dienstes ein echtes Problem. Zumal diese Warnstreiks zur Unzeit kommen. Erst eine einzige Verhandlungsrunde hat es gegeben, da greift Verdi zu diesen voreiligen Manahmen. Wer Kitas und Busse, U-Bahnen und Krankenhuser bestreiken lsst, der will die kleinen Leute instrumentalisieren. Auf ihrem Rcken wird ein Tarifkonflikt ausgetragen, dessen Abschluss am Ende die ffentlichen Haushalte belastet. Und damit vor allem die Kommunen. Allein fr die finanziell gebeutelte Stadt Wuppertal wrde eine Lohnerhhung um 6,5 Prozent jhrliche Zusatzzahlungen von 11 Millionen Euro bedeuten. Geld, das letztlich ber Steuern und Gebhren hereingeholt werden muss. brigens auch wieder bei denen, die in diesen Tagen vergeblich auf den bestreikten Bus warten.

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Westfalenpost: Kommentar zu Warnstreik/verdi/Arbeit/Kontra: Auf dem Rücken der kleinen Leute/Von Torsten Berninghaus

Westfalenpost: Kommentar zu Warnstreik/verdi/Arbeit/Pro: Harte Arbeit im Dienst an der Allgemeinheit/Von Sefan Pohl

Westfalenpost: Kommentar zu Warnstreik/verdi/Arbeit/Pro: Harte Arbeit im Dienst an der Allgemeinheit/Von Sefan Pohl

Hagen (ots) – Der Polizist, die Krankenschwester, der Mllmann, die Erzieherin, der Busfahrer: Sie alle arbeiten hart fr uns, teils im Schichtdienst und an Wochenenden. Und das bei Bedingungen, die unter dem Druck von Personalknappheit und Arbeitsverdichtung immer schwieriger werden. Wir haben uns daran gewhnt, dass alles weitgehend funktioniert, wir mchten im Notfall weder den Polizisten noch die Krankenschwester missen. Aber wir knausern, wenn es um gerechte Entlohnung geht – mit dem stereotypen Hinweis, die ffentlichen Kassen seien leer. Wofr das Geld ausgegeben wurde, wird leider nicht gefragt. In Dsseldorf, Frankfurt oder Mnchen fllt es vielen Beschftigten heute schon schwer, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Warnstreiks tun allen weh, die davon betroffen sind, ob Berufspendler oder Eltern kleiner Kinder. Aber sie sind nun einmal das einzige Mittel, berechtigte Interessen durchzusetzen. Ob 6,5 Prozent berechtigt und vernnftig sind, steht dahin. Aber satt darf die Lohnerhhung schon ausfallen. Auch als kleines Dankeschn.

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Neue Westfälische (Bielefeld): Warnstreiks im öffentlichen Dienst Beschleunigung durch Konfrontation NICO BUCHHOLZ

Neue Westflische (Bielefeld): Warnstreiks im ffentlichen Dienst
Beschleunigung durch Konfrontation
NICO BUCHHOLZ

Bielefeld (ots) – Verdi lsst die Muskeln spielen: Mit den angekndigten Warnstreiks schon nach der ersten Verhandlungsrunde treibt die Gewerkschaft den Tarifstreit frh auf die Spitze. Der Gedanke an den unschuldigen Brger, der unter dem Arbeitskampf leidet, liegt nahe. Doch eigentlich ist diese frhe Konfrontation im Sinne aller, die angewiesen sind auf Busse, Kindertagessttten und Krankenhuser. Natrlich sind die Gewerkschafts-Forderungen von 6,5 Prozent mehr Geld fr die Beschftigten hoch angesetzt. Aber das gehrt zu den bekannten Spielchen zu Beginn eines Tarifstreits. Auch die Argumente der Arbeitgeberseite sind nachvollziehbar, wenn diese ber leere Kassen der Kommunen klagen. Dass deren Verhandlungsfhrer jedoch gar kein Angebot machen und von den Gewerkschaften fordern, zuerst die eigenen Forderungen herunter zu schrauben, ist unverstndlich. So fehlt im Tarifstreit jegliche Grundlage fr eine Annherung. Es droht ein zhes und langes Ringen um eine Einigung. Der frhe Warnstreik kann Bewegung in den schon jetzt festgefahrenen Konflikt bringen. Darum hilft er auch den Brgern: Sie mssen zwar jetzt in den sauren Apfel beien, knnen aber darauf hoffen, dass der Tarifstreit auf diesem Weg schneller ausgestanden ist.

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