
Ist ein deutscher Frachter mit Waffen fr Syriens Diktator Assad im Mittelmeer unterwegs? Syrische Oppositionelle sagen: ja. Die Reederei sagt: nein. Die Bundesregierung prft – und der Frachter bleibt verschollen, seine Ladung rtselhaft.
Der Fall ist so brisant wie rtselhaft: Im Mittelmeer soll ein
deutscher Frachter mit Waffen fr den syrischen Diktator Assad unterwegs
sein. Dies wurde am Samstag bekannt. Die
Bundesregierung reagierte und versprach, den Fall zu prfen
. Seitdem ist nicht bekannt, wo sich das Schiff befindet. Auch ber die Ladung gibt es weiterhin unterschiedliche Angaben.
Das Schiff gehrt der deutschen Reederei Bockstiegel in Emden. Die verffentlichte am Montag eine Presseerklrung, alle weiteren Fragen blockt sie ab. In der Erklrung heit es, das Schiff sei verchartert an eine ukrainische Firma. „Die Reederei hat nach der Beschreibung der Ladung in den Dokumenten sowie dem Erscheinungsbild der Ladung keine Hinweise darauf, dass es sich, wie in der Presse behauptet, um Waffen, Munition oder schweres militrisches Gert handeln knnte“, heit es in der Erklrung.
Versto gegen EU-Embargo?
Laut Unterlagen handele es sich bei der fr Syrien bestimmten Ladung um Teile eines Thermalkraftwerks, die von einem indischen Kraftwerkshersteller fr Syrien bestimmt sind. Mit der ukrainischen Firma bestehe eine lngere Geschftsbeziehung ohne jede Unregelmigkeit.
Syrische Oppositionelle hatten berichtet, dass der Frachter Waffen und Munition geladen habe. Er habe aus Dschibuti kommend am vergangenen Freitag Kurs auf den syrischen Hafen Tartus genommen, wo er am Samstagmittag htte eintreffen sollen. Aus Kreisen der syrischen Regimegegner hie es am Montagabend, das Schiff habe seinen Kurs tatschlich gendert und sei nicht im Hafen von Tartus angekommen. Die Reederei wollte sich am Dienstag nicht dazu uern, wo sich das Schiff derzeit befindet. In der Erklrung vom Montag heit es, das Schiff solle so lange keinen syrischen Hafen anlaufen, bis die Identitt der Ladung in einem sicheren Dritthafen geklrt worden sei. Bislang sei fr die Besatzung nur der obere Teil der Ladung zugnglich. Dieser sei inspiziert worden und enthalte nach Auskunft der Besatzung nur Kabeltrommeln und Rohre.
Die Bundesregierung prft derweil mgliche Verste gegen das Waffenembargo der EU gegen Syrien. Man stehe in engem Kontakt mit der Reederei, sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums am Montag. „Ob es sich bei den an Bord befindlichen Waffen tatschlich um Rstungsgter handelt, ist bislang weiterhin nicht bekannt“, sagte die Sprecherin. Man habe Kontakt mit dem Flaggstaat des Schiffes aufgenommen. Trotz der rechtlichen Problematik nutze die Bundesregierung alle ihr zur Verfgung stehenden Mittel, um einen mglichen Embargo-Versto zu verhindern. Zunchst msse aber der Sachverhalt aufgeklrt werden.
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Waffenlieferung für Assad vermutet – Rätsel um den Waffen-Frachter vor Syrien
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