Westfalenpost: Kommentar zu Atom/Fukuschima/Japans Katastrophe war Zäsur für Deutschland/Energiewende braucht politische Führung/Von Harald Ries

March 9, 2012
By

Westfalenpost: Kommentar zu Atom/Fukuschima/Japans Katastrophe war Zsur fr Deutschland/Energiewende braucht politische Fhrung/Von Harald Ries

Hagen (ots) – text

Von Japan aus gesehen wirken die deutschen Reaktionen auf die Katastrophe von vor einem Jahr befremdlich: Die 19 000 Menschen, die der Tsunami in den Tod gerissen hat, werden kaum beachtet, whrend die Akw-Havarie, deren Strahlenbelastung nach Vermutungen der UN nicht zu einer messbaren Zunahme der Krebsflle fhren wird, eine dramatische Umkehr in der Politik auslst. Das kann man in einem von Tsunamis gar nicht und von Erdbeben nur sehr mig bedrohten Land schon seltsam finden. Ohne Fukushima htten wir jetzt nicht den ersten grnen Ministerprsidenten. Die Katastrophe in Japan hat dort zu einem “Weiter so” gefhrt und hier zu einer Zsur. Doch was merkwrdig entsteht, muss nicht falsch sein: Die Energiewende ist politisch geboten, von der Bevlkerung mehrheitlich gewnscht und konomisch langfristig vernnftig. Gelingen kann das riskante Manver aber nur, wenn auf die ehrgeizigen Ankndigungen eine aktive und umsichtige Gestaltung folgt. Und an der mangelt es noch sehr. Das betrifft nicht nur die R-R-Rangeleien zwischen Umweltminister Rttgen und Wirtschaftsminister Rsler. Da sollen Offshore-Windparks entstehen, ohne dass die ntigen berlandleitungen geplant sind, da flieen Steuermilliarden, die anderweitig dringend gebraucht wrden, in die ineffiziente Photovoltaik. Wir bentigen aber nicht nur ein besseres technisches Management, sondern eine gesellschaftliche Initiative, die alle Brger begeistert und mitnimmt fr ein ungemein ehrgeiziges Projekt, das Deutschland zum kostrom-Pionier machen und zukunftstrchtige Industrien schaffen knnte. Dazu mssen aber die Privathaushalte wissen, was auf sie zukommt, und die mittelstndischen Unternehmen, von denen dieses Land lebt, brauchen verlssliche Rahmenbedingungen. Dringend erforderlich ist also politische Fhrung. Das geht an die Adresse der Kanzlerin, die zwar die Energiewende handstreichartig befohlen hat, aber seitdem bei dem Thema abgetaucht ist. Wir knnen das schaffen. Wir mssen. Denn wenn es uns nicht gelingt, wird es kein anderes Land wagen. Und wenn doch, drfen wir statt Kopfschtteln ber Hysteriker einmal wieder Respekt fr deutsche Tftler erwarten.

Pressekontakt:

Westfalenpost Hagen
Redaktion
 
Telefon: 02331/9174160 

Link to article:

Westfalenpost: Kommentar zu Atom/Fukuschima/Japans Katastrophe war Zäsur für Deutschland/Energiewende braucht politische Führung/Von Harald Ries

Tags: , , , , , , , , , , ,

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *